Eurohypo im 1. Halbjahr 2010: Strategische Neuausrichtung auf gutem Weg
Die Eurohypo AG, Eschborn, ist bei der Umsetzung ihrer strategischen Neuausrichtung im
1. Halbjahr 2010 weiter vorangekommen: "Vor dem Hintergrund der Verwerfungen auf den Staatsfinanzierungsmärkten in der ersten Jahreshälfte haben wir weiter die Weichen für ein zukünftig stabiles Geschäftsmodell gestellt. Die Eurohypo arbeitet heute mit einer klaren Ausrichtung auf Zielkunden und Kernmärkte effizient und ertragsorientiert. Im Commercial Real Estate hat sich das Ergebnis gegenüber Vorjahr deutlich verbessert", sagte Eurohypo-Vorstandssprecher Dr. Frank Pörschke bei der Vorstellung des Halbjahresergebnisses. "Bis zum Erreichen unseres Ziels, bald wieder schwarze Zahlen zu schreiben, haben wir aber noch ein Stück des Weges vor uns; aus heutiger Sicht wird 2010 das Ergebnis noch einmal negativ sein". Im 1. Halbjahr betrug das Vorsteuerergebnis 215 Mio. Euro.
Aus der Gewinn- und Verlustrechnung
Trotz des planmäßigen Rückgangs der Assets legte der Zinsüberschuss im 1. Halbjahr spürbar zu: Mit knapp 700 Mio. Euro wurde das entsprechende Resultat der gleichen Vorjahreszeit (573 Mio. Euro) um 21,5% übertroffen. Ursächlich für den kräftigen Anstieg waren vor allem deutlich höhere Margen aus dem Immobiliengeschäft.
Kräftig gestiegen ist auch der Provisionsüberschuss, der dem Commercial Real Estate zuzuordnen ist: Nicht zuletzt dank guter Erträge aus dem Zins- und Währungsmanagement für Kunden nahm dieser von 69 Mio. Euro auf 94 Mio. Euro zu (+36,2%).
Die Risikovorsorge im Kreditgeschäft lag Ende Juni 2010 mit 595 Mio. Euro über dem Volumen des entsprechenden Vorjahreszeitraums (461 Mio. Euro). Gegenüber dem 2. Halbjahr 2009 bedeutete das aber einen Rückgang um fast 17%.
Entsprechend ihrem Ziel, das Volumen in der Staatsfinanzierung bis Ende 2011 auf unter 100 Mrd. Euro zu reduzieren, sind die Assets während des Berichtszeitraums von 129 Mrd. Euro auf 122 Mrd. Euro zurückgegangen. Dieses geschah in erster Linie durch Nutzen von Fälligkeiten. Darüber hinaus verkaufte die Eurohypo zur Optimierung ihrer Portfoliostruktur in Public Finance ausgewählte Assets und nahm die dabei entstandenen Verluste in Kauf. Dieses führte dazu, dass das Ergebnis aus Finanzanlagen sich mit -156 Mio. Euro im bisherigen Jahresverlauf schwächer entwickelte als 2009 (-133 Mio. Euro).
Ihre Kosten hat die Eurohypo im Griff: Die Verwaltungsaufwendungen sind vor dem Hintergrund der Anpassung des Geschäftsmodells weiter zurückgegangen. Mit 205 Mio. Euro lagen sie um 24 Mio. Euro ( 11%) unter dem Wert des 1. Halbjahres 2009.
Das Ergebnis vor Steuern blieb im ersten Halbjahr mit -215 Mio. Euro insgesamt zwar um 26 Mio. Euro hinter dem entsprechenden Vorjahreswert zurück, wozu vor allem höhere Verluste in Public Finance/Treasury im Zusammenhang mit dem Verkauf von Portfolioteilen beigetragen haben. Demgegenüber entwickelte sich das gewerbliche Immobilienfinanzierungsgeschäft spürbar besser: Trotz der hohen Risikovorsorge war das Ergebnis zwar noch negativ, lag aber mit -53 Mio. Euro deutlich über dem Resultat des ersten Halbjahres 2009 (-226 Mio. Euro).
Für 2010 erwartet die Eurohypo noch einmal ein negatives Ergebnis; der Verlust dürfte aber aus heutiger Sicht unter dem von 2009 (-515 Mio. Euro) bleiben.
Neugeschäft: Strikte Ertragsorientierung beibehalten
Im Immobilienneugeschäft sagte die Bank in den ersten sechs Monaten Kredite im Volumen von 2,4 Mrd. Euro neu zu (1. Halbjahr 2009: 699 Mio. Euro). Zusammen mit Prolongationen von fast 5 Mrd. Euro im selben Zeitraum stand sie damit der Immobilienwirtschaft mit insgesamt 7,3 Mrd. Euro als Kreditgeber zur Verfügung. Dazu Dr. Pörschke: "Der Risk-Return in unserem Neugeschäft und bei den Prolongationen entwickelt sich sehr gut. Wir könnten uns auch noch höhere Volumina vorstellen. Wir sind aber nicht mehr bereit, Margen zu stellen, die das entsprechende Risiko nicht adäquat abbilden. An einem Preiswettbewerb beteiligen wir uns weiterhin nicht."
Im Ausland hat die Eurohypo im ersten Halbjahr 2010 ihr Neugeschäft vor allem in Großbritannien und Frankreich gesteigert. Insgesamt werden nach der ausgeprägten Schwächephase Immobilien an vielen Märkten inzwischen wieder realistischer bewertet, so dass sich gute Finanzierungsmöglichkeiten ergeben. Für 2010 prognostiziert die Bank ein Immobilienneugeschäft im mittleren einstelligen Mrd.-Euro-Volumen.
Im Bereich Public Finance ist die Eurohypo mit Neuzusagen derzeit außer zur Deckungsstockpflege nicht am Markt aktiv.
Erwartungen bis Jahresende
Die Eurohypo hat in diesem Jahr den Umbau ihres Geschäftsmodells mit der erfolgreichen Reduzierung von Komplexität bzw. der Fokussierung auf ihre Zielkunden und Kernmärkte sowie der Abkehr vom volumenorientierten Geschäft vorangetrieben und damit wesentliche Grundlagen für eine künftig nachhaltige Profitabilität geschaffen. Ein erfreuliches Zinsergebnis, ein margenstarkes Immobilienneugeschäft mit sehr gutem Risk-Return sowie die komfortable Eigenkapitalquote von 9,1% unterstützen die Verfolgung dieses Zieles ebenso. Eurohypo-Chef Pörschke ist davon überzeugt: "Mittelfristig werden wir im Immobiliengeschäft einen Return on Equity vor Steuern von mindestens 12 Prozent erzielen und damit unsere Kapitalkosten verdienen".
Quelle: Pressemeldung Eurohypo Aktiengesellschaft
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