"Wir suchen nach langfristigen Investitionen mit stabilen und berechenbaren Renditen"

08.06.2011 | München
Paul Achleitner, Mitglied des Vorstandes, in einem Interview über die Infrastrukturinvestments der Allianz und Anlageklassen mit attraktiven Renditen für Kunden und Stakeholder.

Erst diese Woche hat die Allianz zwei Investitionen von insgesamt mehr als einer Milliarde Euro in ein norwegisches Gas-Transportnetz investiert. Wieso zwei bedeutende Investitionen in so kurzer Zeit?

Paul Achleitner: Lassen Sie uns das zunächst allgemein betrachten. Die Allianz sucht nicht nach dem schnellen Geld binnen 30 Tagen. Wir sind ein langfristig orientierter Investor und uns ist ein ausgeglichenes Risikoprofil wichtig. Deswegen investieren wir in eine Vielzahl von Anlageklassen.

Wir betrachten seit langem die sogenannten realen Anlageklassen als interessante Investitionsobjekte, vor allem Unternehmenskäufe, Erneuerbare Energien, Immobilien und Infrastruktur. Als Captive, also als Investor, der ausschließlich für die Allianz Gruppe tätigt ist, sind wir zum Glück nicht gezwungen, einen bestimmten Betrag in einem gewissen Zeitraum zu investieren - wir sind flexibel. Das bedeutet, wir werden dann aktiv, wenn wir aus den vielen möglichen Investments diejenigen identifiziert haben, die unsere Kriterien erfüllen. Und das kann dann auch innerhalb weniger Tage zweimal passieren.

Was sind ihre wesentlichen Kriterien für Infrastrukturinvestments?

Achleitner: Wir investieren nicht nur für unsere Aktionäre, sondern ganz überwiegend das Geld unserer Kunden. Das heißt, wir suchen nach langfristigen Investitionen mit stabilen und berechenbaren Renditen. Stabile Erträge sind entscheidend für die Allianz, weil aus ihnen den Kundenverpflichtungen nachgekommen und Dividenden an die Aktionäre gezahlt werden. Infrastrukturinvestitionen bieten sowohl attraktive als auch stabile Renditen. Sie haben erfahrungsgemäß eine geringe Korrelation zu Kapitalmarktschwankungen und bieten darüber hinaus einen Inflationsschutz. Als Investor, der eine übermäßige Kreditaufnahme meidet, peilen wir einen internen Ertrag von 8 bis 9 Prozent an für Infrastrukturinvestments an.

Warum gerade jetzt?

Achleitner: Wir beobachten den Markt kontinuierlich hinsichtlich attraktiver Anlagemöglichkeiten. Als Captive stehen wir nicht unter Druck, zu einem bestimmten Zeitpunkt investieren zu müssen. Diese Flexibilität ist unser Wettbewerbsvorteil - wir investieren nur, wenn wir wirklich überzeugt sind.

Und wird es hier weitere Investitionen geben?

Achleitner: Ich würde unsere Flexibilität gefährden, wenn ich konkrete Investitionsziele nennen würde. Aber reale Anlageklassen dürften wohl weiter attraktive Investitionsmöglichkeiten bieten. Wenn der Deal passt, sind wir auch bereit zu investieren, das könnte auch einen höheren Infrastrukturanteil in unserem Portfolio bedeuten. Sie können also mit weiteren Investments in Immobilien, Private Equity, Erneuerbare Energien und Infrastruktur rechnen. Worin wir aber wann investieren, das wird sich noch zeigen.

Quelle: Pressemeldung Allianz SE

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