KfW 55 Förderung Neubau: Staat unterstützt bei energetischem Bau

Eine KfW 55 Förderung Neubau soll bei der Realisierung von energetischen Maßnahmen im Gebäude unterstützen. Hier werden sowohl Privatpersonen als auch Unternehmen bedacht. Günstige Förderkredite mit Tilgungszuschuss oder Direktzuschüsse erleichtern energieeffizientes Bauen.

Was macht die KfW Bank?

Die KfW Bank besteht bereits seit über 70 Jahren und gilt als die größte Förderbank weltweit. Bei ihr erhalten Privatpersonen, Unternehmen und öffentliche Einrichtungen Fördermittel, die das energetische Bauen unterstützen sollen.

Mit einer KfW 55 Förderung Neubau beispielsweise sollen der Einbau energieeffizienter Dämmung, moderne Heizsysteme und Fenster attraktiver gemacht werden. Diese Maßnahmen tragen nämlich auch zum staatlichen Ziel des Klimaschutzes bei.

Privatkunden
  • Privatpersonen müssen mithilfe von energetischen Maßnahmen einen gewissen Energiestandard erreichen, um eine Förderung der KfW in Anspruch nehmen zu können
  • Technische Baumaßnahmen zur Dämmung und Haustechnik werden gefördert
  • Nach Beendigung der Maßnahmen muss das Ergebnis von einem Energieberater abgenommen werden
  • Anschließend erfolgt die KfW 55 Förderung Neubau
Unternehmen
  • Jungunternehmer und etablierte Unternehmen können Fördermittel erhalten
  • Sanierungsmaßnahmen in Form von modernisierter Heiztechnik oder Dämmung sind erforderlich
  • Die KfW Bank gehört zu den größten Finanzierern des deutschen Mittelstands
  • Nach Abnahme durch einen Energieberater kann unter anderem die Förderung 55 für den Neubau erfolgen
Öffentliche Einrichtungen
  • Für Städte und Gemeinden bedeuten Energiesparmaßnahmen als finanziell besonders aufwendig
  • Gemeinnützige und soziale Einrichtungen können auch von der KfW 55 Förderung Neubau profitieren
  • Unterstützung bei der Verbesserung der Infrastruktur, dem Ausbau von Gewerbegebieten und der Kanalnetze sind ebenfalls durch die KfW Bank möglich
Damit eine KfW 55 Förderung Neubau für Eigentümer oder Bauherren in Frage kommt, gibt es eine spezielle Klassifizierung der Gebäude in Deutschland. (Foto: Shutterstock- Arturs Budkevics )

Damit eine KfW 55 Förderung Neubau für Eigentümer oder Bauherren in Frage kommt, gibt es eine spezielle Klassifizierung der Gebäude in Deutschland. (Foto: Shutterstock- Arturs Budkevics )

So bewertet die KfW Gebäude

Damit eine KfW 55 Förderung Neubau für Eigentümer oder Bauherren in Frage kommt, gibt es eine spezielle Klassifizierung der Gebäude in Deutschland. Diese ist abhängig vom erreichten Energiestandard. Gemessen wird dieser an den Standards der Energieeinsparverordnung (EnEV). Hier sind feste Energiewerte verankert, die ein Neubau nicht überschreiten darf.

Das KfW-Energieeffizienzhaus 100 bietet sich hier zur Orientierung an. In diesen Immobilien werden 100 Prozent der in der EnEV festgelegten Werte zum Primärenergiebedarf und zum Transmissionswärmeverlust erreicht. Wird die KfW 55 Förderung für den Neubau angestrebt, muss das Haus den Effizienzhausstandard 55 erreichen. Dieser benötigt entsprechend nur 55 Prozent der gesetzlichen Maßstäbe.

Merke: Je niedriger die Kennzahl eines KfW-Effizienzhauses, desto weniger Energie benötigt die Immobilie im Vergleich zu den gesetzlichen EnEV-Werten.

Die Möglichkeiten einen entsprechenden Standard zu erreichen sind breit gefächert. Wer die KfW 55 Förderung für Neubauten erhalten möchte, muss hier besonders tief in die Trickkiste greifen. Hier gibt es schließlich auch mitunter die höchsten Fördermöglichkeiten.

Dabei sind immer die beiden wichtigsten Kriterien zu beachten: der Primärenergiebedarf und der Transmissionswärmeverlust.

  • Der Primärenergiebedarf gibt dabei an, wie viel Energie in ein Gebäude geliefert werden muss, um den Gesamtenergiebedarf zu decken.
  • Der Transmissionswärmeverlust sagt aus, wie viel Energie zum Beispiel über Dämmung und Fenster von der Immobilie nach außen abgegeben wird.

Das Stichwort ist bei beidem die ideale Dämmung an der Fassade und am Dach. Wird diese in der Gebäudeplanung und im Verlauf des Baus richtig beachtet, ist schon einiges gewonnen. In Zusammenspiel mit modernen Fenstern und dem perfekten Heizsystem für die jeweilige Immobilie können so bereits 60 Prozent des Energiebedarfs gesenkt werden.

Besonders bei den Heiz- und Dämmsystemen kommt es immer mehr auf die verwendeten Ressourcen an. In den nächsten 30 Jahren werden klimaneutrale Häuser angestrebt. Das bedeutet, dass nur noch regenerative Energiequellen genutzt werden sollen. Auch die Dämmsysteme können hier bereits mit Naturfasern ausgestattet und somit besonders ökologisch gestaltet werden.

Da hochenergetische Maßnahmen heute noch mit relativ hohen Investitionskosten verbunden sind, ist die Budgetplanung besonders wichtig. Zu berücksichtigen ist immer, dass zum Beispiel mit der KfW 55 Förderung für den Neubau einiges an Zuschüssen vom Staat zu erwarten ist.

Wie in der Tabelle abzulesen ist, gehört die KfW 55 Förderung Neubau zu den profitabelsten Programmen. ( Foto: Shutterstock- Andrey_Popov )

Wie in der Tabelle abzulesen ist, gehört die KfW 55 Förderung Neubau zu den profitabelsten Programmen. ( Foto: Shutterstock- Andrey_Popov )

Effizienzhausstandards im Überblick

Die Effizienzhausstandards der KfW Bank sind vielseitig. Grundsätzlich gilt je niedriger der Primärenergiebedarf und der Transmissionswärmeverlust, desto besser auch die Konditionen für eine Förderung durch die KfW.

Wie in der Tabelle abzulesen ist, gehört die KfW 55 Förderung Neubau zu den profitabelsten Programmen. Hier hat der Bauherr oder Eigentümer auch den großen Vorteil die Maßnahmen gleich zu Beginn des Baus einzurechnen. Allerdings sind nicht nur Förderungen für Neubauten möglich. Auch der Bestandsbau kann durch verschiedene Maßnahmen förderfähig werden.

KfW Effizienzhaus 55 Primärenergiebedarf: 55 Prozent
Transmissionswärmeverlust: 70 Prozent
Kreditdaten: bis zu 120.000 Euro mit 40prozentigem Tilgungszuschuss oder bis zu 48.000 Euro Investitionszuschuss möglich
KfW Effizienzhaus 70 Primärenergiebedarf: 70 Prozent
Transmissionswärmeverlust: 85 Prozent
Kreditdaten: bis zu 120.000 Euro mit 35prozentigem Tilgungszuschuss oder bis zu 42.000 Euro Investitionszuschuss möglich
KfW Effizienzhaus 85 Primärenergiebedarf: 85 Prozent
Transmissionswärmeverlust: 100 Prozent
Kreditdaten: bis zu 120.000 Euro mit 30prozentigem Tilgungszuschuss oder bis zu 36.000 Euro Investitionszuschuss möglich
KfW Effizienzhaus 100 Primärenergiebedarf: 100 Prozent
Transmissionswärmeverlust: 115 Prozent
Kreditdaten: bis zu 120.000 Euro mit 27,5prozentigem Tilgungszuschuss oder bis zu 33.000 Euro Investitionszuschuss möglich
KfW Effizienzhaus 115 Primärenergiebedarf: 115 Prozent
Transmissionswärmeverlust: 130 Prozent
Kreditdaten: bis zu 120.000 Euro mit 25prozentigem Tilgungszuschuss oder bis zu 30.000 Euro Investitionszuschuss möglich

Um den gewünschten Effizienzhausstatus zu erhalten, müssen die Kriterien der KfW genau eingehalten werden. Bauliche und technische Maßnahmen, die zu einem energetischen Gebäude führen, werden anschließend mit großzügigen Fördermitteln honoriert.

Der Ausgangspunkt für die Sanierung im Bestandsbau ist der Ist-Zustand des Gebäudes. Hier kann ein Fachmann bereits entscheiden, welche Maßnahmen möglich sind und welche nicht. Die bestehende Fassade beispielsweise kann entscheidend sein, welche Dämmsysteme in Frage kommen. Auch die gewünschte Heiztechnik kann hier schon entschieden werden.

In Sachen Optik sind Bauherren, die eine KfW 55 Förderung Neubau anstreben, kaum Grenzen gesetzt. Hier können Eigentümer ihre Präferenzen bereits in der Gebäudeplanung äußern und umsetzen lassen. Bei Bestandsimmobilien ist das natürlich etwas anders. Viele Altbauten können und dürfen ästhetisch gar nicht verändert werden.

Da jedes Haus unterschiedlich ist, gilt: Jede Immobilie ist individuell zu betrachten. Der Ist-Zustand einer Bestandsimmobilie ist das Fundament der Sanierung.

Energetische Maßnahmen sollten am besten mithilfe eines Experten für Energieeffizienz geplant werden. Dieser kann auf seine Erfahrung und sein Fachwissen zurückgreifen und somit Fehler vermeiden. Außerdem wird er nach Beendigung der Arbeiten das Gebäude abnehmen und den Erfolg der Maßnahmen quittieren. Das ist zum Erhalt der KfW 55 Förderung, ob Neubau oder Bestandsbau, zwingend notwendig. Die Kosten für seine Expertise sind ebenfalls förderfähig. Bis zu 4.000 Euro sind hier von Seiten der KfW Bank vorgesehen.

Um den gewünschten Effizienzhausstatus zu erhalten, müssen die Kriterien der KfW genau eingehalten werden. Bauliche und technische Maßnahmen, die zu einem energetischen Gebäude führen, werden anschließend mit großzügigen Fördermitteln honoriert. ( Foto: Shutterstock- Artush )

Um den gewünschten Effizienzhausstatus zu erhalten, müssen die Kriterien der KfW genau eingehalten werden. Bauliche und technische Maßnahmen, die zu einem energetischen Gebäude führen, werden anschließend mit großzügigen Fördermitteln honoriert. ( Foto: Shutterstock- Artush )

Die KfW Förderprogramme

Verschiedene Förderprogramme kommen für einen Hausbauer infrage:

Programm 151 – Energieeffizient sanieren Dieser Kredit ist für die komplette Sanierung eines Gebäudes oder für einzelne Maßnahmen zu beanspruchen. Er wird bis zu einer Höhe von 120.000 Euro, wenn es sich um ein Effizienzhaus handelt. Einzelmaßnahmen werden mit Krediten bis 50.000 Euro gefördert. Der Tilgungszuschuss beträgt bis zu 48.000 Euro.
Programm 430 – Energieeffizient sanieren Hierbei handelt es sich um einen Investitionszuschuss für eine komplette Sanierung oder auch für einzelne Maßnahmen. Der Zuschuss beträgt bis zu 48.000 Euro für ein ganzes Gebäude oder bis zu 10.000 Euro für Einzelmaßnahmen. Der Zuschuss kann auch für den Kauf von saniertem Wohnraum in Anspruch genommen werden.
Programm 431 – Energieeffizient bauen und sanieren Dieser Zuschuss ist für den Energieberater gedacht und beträgt bis 4000 Euro. Bis zu 50 Prozent der Kosten für den Experten werden durch die Förderbank übernommen.
Dabei geht es um eine optimale Dämmung an der Fassade und dem Dach. Hierzu gibt es ganz spezielle Anforderungen, die erfüllt werden müssen. ( Foto: Shutterstock- Kuchina)

Dabei geht es um eine optimale Dämmung an der Fassade und dem Dach. Hierzu gibt es ganz spezielle Anforderungen, die erfüllt werden müssen. ( Foto: Shutterstock- Kuchina)

Kriterien für die KfW 55 Förderung Neubau

Zur Erinnerung: Das KfW Effizienzhaus 100 erfüllt die Energiewerte, die in der Energieeinsparverordnung (EnEV) festgelegt sind zu 100 Prozent. Das für die KfW 55 Förderung Neubau angestrebte Effizienzhaus 55 darf diese nur zu 55 Prozent in Anspruch nehmen.

Um diese Ersparnis von 45 Prozent zu erreichen, sind teilweise weitreichende Maßnahmen notwendig. Dabei geht es um eine optimale Dämmung an der Fassade und dem Dach. Hierzu gibt es ganz spezielle Anforderungen, die erfüllt werden müssen. Auch der Energieaufwand durch das Heizsystem und die Warmwasserbereitstellung müssen auf ein Minimum reduziert werden.

Die Vorteile, die sich aus diesen Maßnahmen ergeben, sind enorm. Die laufenden Energiekosten werden nach Beendigung der Arbeiten schlagartig sinken, bzw. bei einem Neubau ungeahnt niedrig ansetzen. Außerdem wird mit solchen Energieeffizenzmaßnahmen ein großer Schritt in der Bekämpfung des Klimawandels getan. Die Fördergelder zum Beispiel durch die KfW 55 Förderung Neubau kommen dann noch dazu.

Folgende Techniken könnten in einem entsprechenden Effizienzhaus aufzufinden sein:

  • Heizungsanlage setzt auf erneuerbare Energien (Wärmepumpe, Holzpellets, Biomasse o. ä.)
  • Kopplung der Heizung mit Solarthermieanlage zur Erwärmung des Wassers
  • Fassadendämmung mind. 18 cm dick
  • Dachdämmung mind. 24 cm dick
  • Dreifachverglasung der Fenster, zusätzlich Spezialrahmen gegen Wärmeverluste
Ausschlaggebend dafür, welche Maßnahmen im Einzelnen umgesetzt werden, ist der Ist-Zustand des Gebäudes. ( Foto: Shutterstock-thieury )

Ausschlaggebend dafür, welche Maßnahmen im Einzelnen umgesetzt werden, ist der Ist-Zustand des Gebäudes. ( Foto: Shutterstock-thieury )

Sind die Voraussetzungen für die Fördermittel, wie die KfW 55 Förderung Neubau, erfüllt, steht der Auszahlung eines Direktzuschuss oder der Minderung der Restschuld eines Kredits nichts mehr im Wege.

Beim Kauf einer Immobilie, an der bereits Sanierungen mit energetischem Ziel erfolgt sind, muss auf den Kaufvertrag geachtet werden. Hier müssen alle Arbeiten mit individuellem Zweck detailliert notiert sein.

Um ein Haus mit dem Standard 55 zu erreichen, können die folgenden Maßnahmen nötig sein und diese Kosten verursachen:

Dämmung Dach: ab 120 Euro pro Quadratmeter
Fassade: ab 210 Euro pro Quadratmeter
Dreifachverglasung und Spezialrahmen der Fenster Ca. 1000 Euro pro Fenster
Installation Belüftungsanlage 5000 bis 6000 Euro
Heizung Wärmepumpe: ab 15.000 Euro
Holzpellets: ab 12.000 Euro
Warmwasser über Solar: 10.000 Euro

Ausschlaggebend dafür, welche Maßnahmen im Einzelnen umgesetzt werden, ist der Ist-Zustand des Gebäudes. Einige Maßnahmen, um die KfW 55 Förderung Neubau zu erhalten, sind bei vielen Immobilien möglich, bei anderen allerdings leider nicht. Hier müssen Architekten und Energieexperten Hand in Hand arbeiten.

Fazit: KfW 55 Förderung Neubau lohnt sich

Soll ein Haus neu gebaut werden, sollte man sich mit der KfW 55 Förderung Neubau in jedem Fall auseinandersetzen. Die entsprechende Ausrüstung des Gebäudes kann für Bauherren und Eigentümer nur von Vorteil sein.

Eine optimale Dämmung, moderne Fenster mit zugehörigen Spezialrahmen und innovative Heizsysteme sind zwar mit hohen Investitionskosten verbunden, lohnen sich aber auf lange Sicht. Zum einen ist die Energieersparnis durch die laufenden Kosten sofort spürbar. Zum anderen erhält der Eigentümer über die KfW 55 Förderung Neubau auch gleich nach Beendigung der Maßnahmen eine großzügige Finanzspritze vom Staat. Außerdem wird die Umwelt geschont und das Klima geschützt.

Über Marius Beilhammer

Marius Beilhammer

Marius Beilhammer, Jahrgang 1969, studierte Journalismus in Bamberg. Er schreibt bereits viele Jahre für technische Fachmagazine, außerdem als freier Autor zu verschiedensten Markt- und Businessthemen. Als fränkische Frohnatur findet er bei seiner Arbeit stets die Balance zwischen Leichtigkeit und umfassendem Know-how durch seine ausgeprägte Affinität zur Technik.

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