KfW Tilgungszuschuss: Mit der passenden Förderung zum Effizienzhaus

Die KfW Bank bietet attraktive Fördermöglichkeiten zur Erreichung eines Energieeffizienzhausstandards. In unterschiedlichen Förderprogrammen stehen umweltbewussten Bauherren und Eigentümer Kredite mit KfW Tilgungszuschuss zur Verfügung. Welche Möglichkeiten sich dadurch bieten, erfahren Sie hier.

Die KfW Bank unterstützt mit Tilgungszuschuss

Die Kreditanstalt für Wiederaufbau besteht bereits seit dem Zweiten Weltkrieg. Als größte Förderbank weltweit unterstützt sie energetische Bauvorhaben mit großzügigen Fördermitteln. Sie ist somit ein wichtiges Steuerungsinstrument der Bundesregierung in Deutschland.

Um das Klimaziel der Regierung zu erreichen soll der klimaneutrale Gebäudebau bis 2050 realisiert werden. Hierzu sind schon heute viele verschiedene Angebote zur Förderung möglich. Dazu zählt auch der KfW Tilgungszuschuss. Diesen gibt es in Verbindung mit zinsgünstigen Krediten der KfW Bank.

In Deutschland gehen rund 40 Prozent des gesamten Energieverbrauchs auf das Konto des Gebäudesektors. Außerdem liegen hier 20 Prozent des CO2-Ausstoßes. Um diese Kennzahlen zu senken, sollen Hauseigentümer und Bauherren dazu angereizt werden, energetische Maßnahmen an Immobilien umzusetzen. Da dies mit erheblichen Investitionskosten verbunden ist, bietet sich der KfW Tilgungszuschuss zur Erleichterung der finanziellen Belastung an.

Fördermöglichkeiten durch die KfW

Die KfW Bank bietet grundsätzlich zwei verschiedene Arten der Förderung an.

  • Zum einen gibt es zinsgünstige Kredite, die dann durch den KfW Tilgungszuschuss zusätzlich unterstützt werden.
  • Zum anderen kann auch ein Direktzuschuss zum Bauvorhaben gewährt werden.

Zu beachten ist für beide Möglichkeiten, dass immer zuerst ein Antrag auf die entsprechende Förderung gestellt werden muss. Erst nachdem die KfW Bank den Antrag genehmigt hat, kann die Sanierung oder der entsprechende Bau in die Tat umgesetzt werden.

Um das Klimaziel der Regierung zu erreichen soll der klimaneutrale Gebäudebau bis 2050 realisiert werden.  ( Foto: Shutterstock- _JP WALLET )

Um das Klimaziel der Regierung zu erreichen soll der klimaneutrale Gebäudebau bis 2050 realisiert werden. ( Foto: Shutterstock- _JP WALLET )

KfW Direktzuschuss

Es ist möglich sich, statt für den Kredit mit KfW Tilgungszuschuss, für einen Direktzuschuss zu entscheiden. Hierbei haben Eigentümer und Bauherren den Vorteil das Geld gleich auf dem Konto zu wissen. Mit den flüssigen Mitteln der KfW Bank können die Rechnungen, die bei den energetischen Sanierungsarbeiten entstanden sind, gleich gedeckt werden.

KfW Kredit mit Tilgungszuschuss

Die zweite Möglichkeit der Förderung durch die KfW Bank ist der Kredit mit Tilgungszuschuss. Mit diesen Fördermitteln profitiert man doppelt. Zunächst kann der Förderkredit der KfW mit besonders attraktiven Konditionen in Anspruch genommen werden. Wird am Schluss der Bau oder die Sanierung von einem Experten fachgerecht bestätigt, folgt der KfW Tilgungszuschuss. Dadurch reduziert sich die Restschuld des Kredits automatisch.

Die KfW Förderprogramme

Die KfW vergibt ihre Fördermittel im Rahmen von unterschiedlichen Förderprogrammen mit verschiedenen Anforderungen. Um zu ermitteln, welche Summen hier prinzipiell möglich sind, haben wir Ihnen die folgende Tabelle zusammengestellt.

Programm 151 Dieser Kredit ist für die komplette Sanierung eines Gebäudes oder für einzelne Maßnahmen zu beanspruchen. Er wird bis zu einer Höhe von 120.000 Euro, wenn es sich um ein Effizienzhaus handelt. Einzelmaßnahmen werden mit Krediten bis 50.000 Euro gefördert. Der Tilgungszuschuss beträgt bis zu 48.000 Euro.
Programm 430 Hierbei handelt es sich um einen Investitionszuschuss für eine komplette Sanierung oder auch für einzelne Maßnahmen. Der Zuschuss beträgt bis zu 48.000 Euro für ein ganzes Gebäude oder bis zu 10.000 Euro für Einzelmaßnahmen. Der Zuschuss kann auch für den Kauf von saniertem Wohnraum in Anspruch genommen werden.
Programm 431 Dieser Zuschuss ist für den Energieberater gedacht und beträgt bis 4000 Euro. Bis zu 50 Prozent der Kosten für den Experten werden durch die Förderbank übernommen.

Natürlich müssen zur Gewährung der Förderung unterschiedliche Kriterien erfüllt werden. Die Programme sind immer abhängig vom jeweils erreichten KfW Energieeffizienzstandard. Dieser ist durch Maßnahmenpakete oder einzelne Maßnahmen im energetischen Bereich zu realisieren. Erst dann kann ein Direktzuschuss oder KfW Tilgungszuschuss in Frage kommen.

Der KfW Effizienzhausstandard 70 ist inzwischen bereits der Standard für energetische Neubauten.  ( Foto: Shutterstock- Franck Boston)

Der KfW Effizienzhausstandard 70 ist inzwischen bereits der Standard für energetische Neubauten. ( Foto: Shutterstock- Franck Boston)

KfW Effizienzhausstandards

Wer also von den Fördermitteln der KfW profitieren möchte und sich eine gehörige Finanzspritze durch den Staat erhofft, muss im besten Falle eine hohe Effizienzhausstufe erreichen.

Effizienzhaus 55 Primärenergiebedarf: 55 Prozent
Transmissionswärmeverlust: 70 Prozent
Kreditdaten: bis zu 120.000 Euro mit 40prozentigem Tilgungszuschuss oder bis zu 48.000 Euro Investitionszuschuss möglich
Effizienzhaus 70 Primärenergiebedarf: 70 Prozent
Transmissionswärmeverlust: 85 Prozent
Kreditdaten: bis zu 120.000 Euro mit 35prozentigem Tilgungszuschuss oder bis zu 42.000 Euro Investitionszuschuss möglich
Effizienzhaus 85 Primärenergiebedarf: 85 Prozent
Transmissionswärmeverlust: 100 Prozent
Kreditdaten: bis zu 120.000 Euro mit 30prozentigem Tilgungszuschuss oder bis zu 36.000 Euro Investitionszuschuss möglich
Effizienzhaus 100 Primärenergiebedarf: 100 Prozent
Transmissionswärmeverlust: 115 Prozent
Kreditdaten: bis zu 120.000 Euro mit 27,5prozentigem Tilgungszuschuss oder bis zu 33.000 Euro Investitionszuschuss möglich
Effizienzhaus 115 Primärenergiebedarf: 115 Prozent
Transmissionswärmeverlust: 130 Prozent
Kreditdaten: bis zu 120.000 Euro mit 25prozentigem Tilgungszuschuss oder bis zu 30.000 Euro Investitionszuschuss möglich

EnEV als Grundlage für das Effizienzhaus

Um dieses Wirrwarr aus Kennziffern genauer zu durchblicken, ist die Hinzuziehung der Energieeinsparverordnung (EnEV) aus dem Jahr 2009 wichtig. Hier finden sich gesetzliche Werte, die festlegen, wie viel Energie ein Neubau in Deutschland verbrauchen darf. Dabei geht es in erster Linie um den Primärenergiebedarf und den Transmissionswärmeverlust.

Der Primärenergiebedarf gibt dabei an, wie viel Energie in ein Gebäude geliefert werden muss, um den gesamten Energiebedarf zu decken. Der Transmissionswärmeverlust trifft eine Aussage darüber, wie viel Energie über Fenster, Dämmung usw. in die Außenluft abgegeben wird.

Möchte man also einen Effizienzhausstandard erreichen und einen KfW Tilgungszuschuss in Anspruch nehmen, müssen die EnEV Werte genauer betrachtet werden. Als Maßstab gilt das KfW-Energieeffizienzhaus 100. Hier werden exakt 100 Prozent der Werte erfüllt, die gesetzlichen Möglichkeiten des Energiebedarfs also voll ausgeschöpft. Das Effizienzhaus 70 zum Beispiel ist da schon deutlich energetischer. Es benötigt nur einen Bruchteil, genauer 70 Prozent, der gesetzlichen Werte.

Im Neubau haben Eigentümer und Bauherren den Vorteil, die energetischen Maßnahmen von Anfang an berücksichtigen zu können.  ( Foto: Shutterstock-  Ingo Bartussek)

Im Neubau haben Eigentümer und Bauherren den Vorteil, die energetischen Maßnahmen von Anfang an berücksichtigen zu können. ( Foto: Shutterstock- Ingo Bartussek)

Video: dickere Dämmplatten brauchen stärkere Kleber!


Je nach Material müssen die Dämmplatten der Fassadendämmung mindestens 18 cm betragen. Dies bedeutet eine höhere Last für die Befestigung, sodass man auf einen Kraftkleber zurückgreifen sollte, der außerdem witterungsbeständig ist und die Masse der Dämmung und des Putzes dauerhaft tragen kann. Der fischer 320 Kilo Kleber eignet sich für Holz, Spanholt, Beton, Gips, Stein, Polystyrol und Schaumstoffe und ist ausgehärtet witterungsbeständig von -20°C bis +75°C. Für viele Handwerksbetriebe ist er daher das Mittel der Wahl für viele Innen- und Außenanwendungen.

Neubau mit KfW Tilgungszuschuss finanzieren

Im Neubau haben Eigentümer und Bauherren den Vorteil, die energetischen Maßnahmen von Anfang an berücksichtigen zu können. Bereits bei der Gebäudeplanung kann ein Experte für Energieeffizienz involviert sein, der Tipps und Anregungen für den energetischen Bau liefert. Er kann außerdem den Bau begleiten und nach Abschluss abnehmen. Diese Tätigkeit ist außerdem unbedingt notwendig, um eine Förderung mit KfW Tilgungszuschuss zu erhalten.

Allerdings gelten für die Energieeffizienz von Neubauten auch verschärfte Bedingungen. Nur Häuser, die überdurchschnittlich effizient und wirtschaftlich sind, erhalten auch eine attraktive Förderung durch die KfW Bank. Hierzu sind innovative Techniken und ausgeklügelte Heizsysteme nötig. Der KfW Effizienzhausstandard 70 ist inzwischen bereits der Standard für energetische Neubauten.

Die Ästhetik am Gebäude kann beim Neubau allerdings auch ideal berücksichtigt werden. Durch moderne Baumöglichkeiten können sich Eigentümer hier voll ausleben und ihre persönlichen Präferenzen mit einbringen.

Bestandsbau mit KfW Tilgungszuschuss finanzieren

Über die KfW Bank werden nicht nur Tilgungszuschüsse für den Neubau, sondern auch für den Bestandsbau vergeben. Wichtig ist hierbei natürlich auch der entsprechende Effizienzhausstandard. Gefördert werden können dabei Maßnahmenpakete, die eine erhöhte Energieersparnis verursachen, aber auch Einzelmaßnahmen. Die Beratung durch einen Energieexperten ist hier ebenfalls ratsam und die Abnahme durch ihn grundlegend für den KfW Tilgungszuschuss.

Wer schlau ist, orientiert sich dabei an denKfW Energieeffizienzstandard 70. Wenn dieser Standard durch unterschiedliche Maßnahmen erreicht werden kann, hat der Eigentümer ein Gebäude auf den gleichen Stand, wie ein Neubau. Das hebt auch den Immobilienwert auf dem Markt entsprechend an.

Über die KfW Bank werden nicht nur Tilgungszuschüsse für den Neubau, sondern auch für den Bestandsbau vergeben.  ( Foto: Shutterstock-_Robert Kneschke )

Über die KfW Bank werden nicht nur Tilgungszuschüsse für den Neubau, sondern auch für den Bestandsbau vergeben. ( Foto: Shutterstock-_Robert Kneschke )

Mögliche Maßnahmen zur Erreichung des Standards

Um einen gewissen Effizienzstandard zu erreichen und somit auch den KfW Tilgungszuschuss in Anspruch nehmen zu können, gilt es verschiedene Maßnahmen zu ergreifen. Da auf dem Markt bereits viele unterschiedliche Technologien kursieren, ist es wichtig sich einen Überblick zu verschaffen und die Angebote miteinander zu vergleichen.

Besonders die Dämmung, Heizsysteme und zusätzliche Haustechnik ist hier zu berücksichtigen. Gemeinsam mit einem Energieexperten lassen sich passende Lösungen für die individuellen Gebäude finden. Außerdem kann seine Expertise über die KfW ebenfalls gefördert werden.

Dämmung

Ein förderfähiges KfW Effizienzhaus glänzt vor allem mit einer optimierten Dämmung. Um hierfür die richtige Entscheidung treffen zu können, ist die Betrachtung des Ist-Zustands der Immobilie (im Bestandsbau) zu berücksichtigen. Der KfW Standard 55 verlangt beispielsweise eine Fassadendämmung von 18 Zentimetern. Am Dach sollte sogar mit 24 Zentimetern gedämmt werden.

Verschiedene Wärmedämmverbundsysteme können hierbei eingesetzt werden. Am besten holt man sich für die Entscheidung, welche Dämmstoffe am fraglichen Gebäude eingesetzt werden können, einen Experten an die Seite.

Heizsysteme

Neben der Dämmung sind auch die passenden Heizsysteme clever zu wählen. Besonders gut eignen sich natürlich die Technologien, die ausschließlich mit nachwachsenden Ressourcen arbeiten. Alte Heizsysteme, wie Ölheizungen werden nicht mehr gefördert und gehören mittlerweile zum alten Eisen.

Ein System mit Wärmepumpe eignet sich zum Beispiel ideal um Energie zu sparen. Dabei wird nur Strom für den Antrieb der Pumpe benötigt. Ansonsten greift diese Lösung nur auf die Wärme aus dem Erdinnern zurück und heizt damit Ihre Immobilie. Eine weitere Möglichkeit wäre auch eine Heizung mit Holzpellets.

Zusätzliche Haustechnik

Wer besonders hoch hinaus möchte, kann zusätzlich zu einem passiven Heizsystem auch weitere ausgeklügelte Haustechnik im Gebäude installieren. Dazu gehört zum Beispiel eine Solarthermieanlage auf dem Dach. Diese kann den Warmwasserbedarf des Haushalts nur durch die Energie der Sonne bereit stellen.

Mit einem Kredit, dem KfW Tilgungszuschuss oder einem Direktzuschuss soll es Eigentümern und Bauherren erleichtert werden, den ökologischen Anspruch im Gebäudesektor zu realisieren.  ( Foto: Shutterstock- Lightspring)

Mit einem Kredit, dem KfW Tilgungszuschuss oder einem Direktzuschuss soll es Eigentümern und Bauherren erleichtert werden, den ökologischen Anspruch im Gebäudesektor zu realisieren. ( Foto: Shutterstock- Lightspring)

Zukunft sichern mit KfW Tilgungszuschuss

Wer sich schon heute ein zukunftssicheres Eigenheim bauen oder sanieren möchte, kann getrost auf den KfW Tilgungszuschuss zurückgreifen. Auch wenn der Bau oder die Sanierung zunächst mit erheblichen Investitionskosten verbunden sein mag, hilft der Staat mit dieser Art der Förderung über die KfW bei der Realisierung Ihres Bauvorhabens.

Innovative Techniken und moderne Baulösungen ermöglichen es, effektiv Energie zu sparen und die laufenden Kosten zu senken. Mit einem Kredit, dem KfW Tilgungszuschuss oder einem Direktzuschuss soll es Eigentümern und Bauherren erleichtert werden, den ökologischen Anspruch im Gebäudesektor zu realisieren.

Neben dem finanziellen Faktor bedeutet das auch einen erheblichen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten. Die jüngere Generation fordert schon jetzt mit ihren Aktionen wie ‚Fridays for Future‘ dem Klimawandel aktiv entgegenzutreten. Mit der staatlichen Unterstützung kann hier Veränderung entstehen.

Über Marius Beilhammer

Marius Beilhammer

Marius Beilhammer, Jahrgang 1969, studierte Journalismus in Bamberg. Er schreibt bereits viele Jahre für technische Fachmagazine, außerdem als freier Autor zu verschiedensten Markt- und Businessthemen. Als fränkische Frohnatur findet er bei seiner Arbeit stets die Balance zwischen Leichtigkeit und umfassendem Know-how durch seine ausgeprägte Affinität zur Technik.

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