Montag, Oktober 26

Microsiedlung von Baufritz testet Wohnkomfort bei geringerem Ressourceneinsatz

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THE LAB ist ein von Baufritz eingerichtetes Reallabor, das die praktische Bewährung nachhaltiger Wohnansätze untersucht. Zum 130. Bestehen des Unternehmens entstehen drei Neubauten neben einem Bestandsgebäude von 1927. Die vier Häuser bilden gemeinsam eine Microsiedlung für Versuche zu Ressourcenschonung, Kostenentwicklung und Kreislaufwirtschaft. Übergreifende Energieversorgung, Angebote für gemeinschaftliche Mobilität sowie eine Pauschalmiete werden ebenfalls getestet. Messungen im bewohnten Alltag erfassen die Wirkung der Maßnahmen und stellen der Branche Erkenntnisse für künftige Vorhaben bereit.

Quartier erfasst Bauzeiten und Emissionen unter realistischen Bedingungen fortlaufend

Gebäudetyp E in der Praxis: BAUFRITZ erprobt Haustypen im Reallabor (Foto: AnnaMariaSaller)

Gebäudetyp E in der Praxis: BAUFRITZ erprobt Haustypen im Reallabor (Foto: AnnaMariaSaller)

Mit THE LAB schafft Baufritz eine Microsiedlung für angewandte Gebäudeforschung. Die Häuser dienen nicht nur der Anschauung, sondern dem alltäglichen Wohnen. Dadurch können Messwerte unter realen Anforderungen und Belastungen entstehen. Im Fokus stehen der Ressourceneinsatz und die energetische Leistungsfähigkeit. Ergänzend analysiert Baufritz Bauzeit, Emissionen, Komfort und Nutzungsverhalten detailliert. Das Quartier besteht aus drei Neubauten in Holzbauweise. Ein Gebäude aus dem Jahr 1927 bildet den historischen Bestandteil.

Luft-Luft-Wärmepumpe versorgt ressourcenschonendes Haus mit Wärme effizient und einfach

Der Entwurf des Super-Ressourcenschonenden Hauses basiert auf einem reduzierten Materialkonzept und industriell vorbereiteten Bauabläufen. Auf rund 100 Quadratmetern entsteht ein Wohnhaus, dessen Bauteile möglichst effizient eingesetzt werden. Regionale Pappel und Birke übernehmen wesentliche Funktionen in der Holzkonstruktion. Türblätter mit Kernen aus Paludi-Moorpflanzen zeigen alternative Einsatzmöglichkeiten nachwachsender Rohstoffe. Wasserwiederverwendung ergänzt die Planung. Für Heizung und Luftaustausch ist eine Luft-Luft-Wärmepumpe vorgesehen. Sie ermöglicht einen einfachen Betrieb bei niedrigem Energiebedarf und hohem Wohnkomfort.

Mahagoniboden aus Kirche ergänzt zirkuläres Konzept von SUPERFRITZ

Gebäudetyp E in der Praxis: BAUFRITZ erprobt Haustypen im Reallabor (Foto: AnnaMariaSaller)

Gebäudetyp E in der Praxis: BAUFRITZ erprobt Haustypen im Reallabor (Foto: AnnaMariaSaller)

Mit dem Haus SUPERFRITZ erprobt Baufritz ein Fertigbaukonzept, das die Wiederverwendung gebrauchter Materialien zum bestimmenden Gestaltungsprinzip macht. supertecture entwickelte den Entwurf als Gewinner des Transformathon-Wettbewerbs, den Baufritz 2024 im Zusammenhang mit dem Klimagipfel ausrichtete. Der Bau soll im Herbst 2026 in THE LAB bezogen werden können. Die Fassade entsteht aus überarbeiteten Bierzeltbänken. Für den Boden wird Mahagoni aus einer Kirche in Füssen verwendet. Blaue Restfliesen aus Kaufbeuren und Vintagemöbel komplettieren Räume.

Fertig montierte Außenhülle erleichtert individuellen Ausbau und spart Baukosten

Als Teil von THE LAB untersucht das Ausbauhaus, wie sich Wohnen mit einer reduzierten Erstleistung realisieren lässt. Das Unternehmen errichtet eine rund 65 Quadratmeter große, wettergeschlossene Außenhülle und schafft damit eine verlässliche Grundlage für den weiteren Ausbau. Bauherren bestimmen danach selbst über Ausführungsumfang, Materialien und Vergabe. Die mögliche Eigenleistung senkt den anfänglichen Kapitalbedarf. Ergänzend prüft Baufritz normierte Bauabläufe, Eschenholz und kurze Baustellenzeiten als Bausteine für ressourcenbewusstes und kostengünstiges Bauen nachweislich.

Reallabor prüft wirtschaftliche Wege zur energetischen Sanierung alter Gebäude

Gebäudetyp E in der Praxis: BAUFRITZ erprobt Haustypen im Reallabor (Foto: AnnaMariaSaller)

Gebäudetyp E in der Praxis: BAUFRITZ erprobt Haustypen im Reallabor (Foto: AnnaMariaSaller)

Die Untersuchung des Altbaus verbindet ökologische Anforderungen mit einer realistischen Kostenbetrachtung. Baufritz ermittelt, welche Sanierungsschritte den Energiehaushalt verbessern und zugleich angemessen bleiben. Entscheidend ist nicht nur die Bauphase, sondern auch der Betrieb nach Abschluss der Arbeiten. Deshalb begleitet das Unternehmen die spätere Nutzung des modernisierten Hauses. Das Baufritz EnergieWerk bringt dafür Erfahrungen aus nachhaltiger Planung und handwerklicher Umsetzung zusammen. Die Daten sollen Ansätze für den Umgang mit bestehender Wohnsubstanz aufzeigen.

Zentraler Technikraum und Abstellflächen stärken gemeinschaftliche Wohnangebote spürbar

Die vormals privat genutzte Garage wurde für mehrere Bewohnergruppen geöffnet und baulich erweitert. Heute dient sie als Standort für zentrale Haustechnik, gemeinschaftliche Abstellmöglichkeiten und einen Carport. Außerdem unterstützt das Gebäude den Betrieb von Carsharing-Fahrzeugen sowie Ladeeinrichtungen für Elektroautos. Die überholte Sauna kann wieder genutzt werden. Im Zusammenspiel mit Photovoltaikanlagen und Mieterstrom soll die Infrastruktur aufzeigen, ob gemeinschaftliche Systeme eine wirtschaftliche und ressourcenschonende Quartiersversorgung ermöglichen.

Modell ersetzt Einzelabrechnungen durch einen festen monatlichen Wohnkostenbetrag künftig

Im Reallabor wird eine Pauschalmiete als Instrument für transparente Wohnkosten getestet. Der monatlich zu zahlende Betrag deckt Heizung, Warmwasser, Haushaltsstrom, Wasser und wesentliche Betriebskosten ab. Mieter müssen diese Positionen nicht einzeln verwalten oder auf eine spätere Nebenkostenabrechnung warten. Die feste Kostenstruktur kann die Planung des eigenen Haushaltsbudgets vereinfachen. Baufritz wertet während der Nutzung aus, ob das Modell wirtschaftlich belastbar, nachvollziehbar und für unterschiedliche Wohngewohnheiten geeignet ist. Technische Rahmenbedingungen werden dokumentiert.

Baufritz nutzt THE LAB als praxisorientierte Erprobungsfläche für unterschiedliche Wege zu nachhaltigem und bezahlbarem Wohnen. Das Projekt vereint effiziente Holzbauweisen, die Nutzung gebrauchter Materialien, individuell steuerbare Ausbaumaßnahmen und die Weiterentwicklung eines Bestandsgebäudes. Eine gemeinsame Infrastruktur organisiert zentrale Funktionen wie Energie, Ladeangebote und Mobilität. Dadurch werden Wechselwirkungen zwischen Gebäude und Quartier erfassbar. Für den Bauherrn sind die Ansätze interessant, weil sie Materialmengen, Investitionen und technische Anforderungen senken können. Betriebsdaten bewerten Skalierbarkeit.

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