Neues aus Argentinien: Kredit über 56 Milliarden Dollar

Neues aus Argentinien: Das Land erhält vom Internationalen Währungsfonds (IWF) einen Kredit über 56 Milliarden Dollar, wie von der Sonderorganisation der Vereinten Nationen mit Sitz in Washington, D.C., USA zu erfahren war.

Neues aus Argentinien: Zusätzliche Finanzspritze

Etwa drei Jahre ist es her, dass Mauricio Macri sein Amt als Präsident von Argentinien antrat und mit seinem Programm die Misswirtschaft der Vorgängerin Cristina Fernández de Kirchner angriff. Mauricio Macri öffnete die Wirtschaft, brachte Argentinien zurück an die Finanzmärkte der Welt. Die Finanzwelt erkannte das an, was dazu führte, dass Argentinien Kredite erhielt. Nach den Anfangserfolgen von Mauricio Macri hat sich nun in Argentinien wieder die Kriese breitgemacht.

Am 26. Oktober 2018 stimmte das Exekutivdirektorium des Internationalen Währungsfonds (IWF) einem Kredit über 56 Milliarden Dollar zu. Das sind umgerechnet 49,1 Milliarden Euro. Der Kredit des IWF soll helfen die brüchige Wirtschaft Argentiniens zu stützen. Als Soforthilfe stellte man der Regierung in Buenos Aires nach Angaben des IWF 5,7 Milliarden Dollar sofort bereit.

Nichts Neues: Kredit über 50 Milliarden Dollar bereits im Juni

Der Kredit von vergangener Woche ist nicht die erste Finanzspritze, welche das hoch verschuldete Land Argentinien vom Internationalen Währungsfonds IWF erhält. Bereits im Monat Juni stellte der IWF dem Land in Südamerika eine vorübergehende Finanzhilfe bereit. Bei diesem ersten Kredit handelt es sich um ein Kreditvolumen von 50 Milliarden Euro. Von diesem Kreditbetrag wurden an die Regierung in Buenos Aires bereits 15 Milliarden Dollar ausbezahlt. Fest steht jedoch auch, dass diese Finanzhilfe nicht ausreichen wird und dass Argentinien weitere Gelder fordert.

Der Haushalt 2019 des Präsidenten Mauricio Macri

Der Haushalt des Landes für das Jahr 2019 stand am Donnerstag (25.10.2018) im argentinischen Abgeordnetenhaus zur Debatte. Die Regierung von Präsident Mauricio Macri plante einen scharfen Sparkurs. Schlussendlich stimmte das argentinische Abgeordnetenhaus den einschränkenden Sparmaßnahmen von Präsident Mauricio Macri zu.

Der Haushaltsplan muss allerdings noch eine weitere Hürde nehmen. Der Senat muss über das Vorhaben entscheiden. Eine Zustimmung des Senats zum Haushalt 2019 wird erwartet, dennoch kann sich das Blatt hier nochmals wenden.

Der Haushaltsplan für 2019 sieht einschneidende Veränderungen vor. Dazu gehören Steuererhöhungen, über welche die bereits arg gebeutelten Argentinier nicht erfreut sein werden. Auch die Bereiche Gesundheit, Bildung und das Verkehrswesen werden in 2019 mit geringeren Mitteln auskommen müssen. Präsident Mauricio Macri will auch öffentliche Arbeiten und die Sektoren Wissenschaft und Kultur beschneiden.

Protestwelle in Argentinien gegen das Sparpaket

Die Polizei Argentiniens geht mit brutaler Härte gegen die eigene  Bevölkerung vor, wie hier in Buenos Aires. (#1)

Die Polizei Argentiniens geht mit brutaler Härte gegen die eigene Bevölkerung vor, wie hier in Buenos Aires. (#1)

Für die Argentinier ist das alles nicht Neues. Die parlamentarische Debatte blieb auch nicht unbemerkt. Die Argentinier begleiteten die Debatte mit lautstarken Protesten in den Straßen. Die Proteste sind nicht die ersten, ganz im Gegenteil. Die Polizei ging mit brutaler Gewalt gegen die Demonstranten vor und verschoss Gummigeschosse und Tränengas in die demonstrierende Menschenmenge. Die Argentinier reagierten darauf mit Steinwürfen gegen die Polizisten.

Nichts Neues aus Argentinien: Regierung hat abgewirtschaftet

Argentiniens Regierung bekommt ihre Ausgaben nicht in den Griff. Im Jahr 2017 betrug das Haushaltsdefizit Argentiniens 3,9 Prozent der gesamten Wirtschaftsleistung. Für das Jahr 2018 will die Regierung Argentiniens das Hauhaltsdefizit auf 2,7 Prozent der Wirtschaftsleistung senken, im Jahr 2019 sogar auf Null Prozent. Damit würde Argentiniens Regierung im Jahr 2019 erstmals nicht mehr Geld ausgeben, als sie einnimmt. Das wäre tatsächlich etwas Neues aus Argentinien, würde doch damit die Regierung das Gleiche leisten, wozu jeder Einwohner Argentiniens tagtäglich gezwungen ist.

Abwertung des argentinischen Peso

Die Unfähigkeit der Regierung wirkt sich auch auf die Währung des Landes aus. So brach der argentinische Peso seit Anfang 2018 um 50 Prozent gegenüber dem US-Dollar ein. Ebenfalls nicht neu in Argentinien: Die rasante Inflation in Argentinien ist einer der Hauptgründe hierfür. Die Inflation lag in Argentinien im Monat Juli bei 20 Prozent. Es ist Konsens, dass die Inflation bis zum Jahresende 2018 auf 40 Prozent steigen könnte. Im Gegenzug dazu soll die Wirtschaftleistung Argentiniens im Jahr 2018 um 2,6 Prozent schrumpfen. Diese Schätzung stammt vom Internationalen Währungsfonds IWF.

Unruhe in der Bevölkerung nimmt zu

Die Bevölkerung Argentiniens geht über zum stummen Protest gegen die offenkundige Misswirtschaft der Regierung. Von den Kredit-Milliarden kommt nichts bei der Bevölkerung an. (#2)

Die Bevölkerung Argentiniens geht über zum stummen Protest gegen die offenkundige Misswirtschaft der Regierung. Von den Kredit-Milliarden kommt nichts bei der Bevölkerung an. (#2)

Die Argentinier nehmen diese Misswirtschaft von Präsident Mauricio Macri nicht tatenlos hin. Seit Monaten finden regelmäßig Streiks und Demonstrationen statt. Wer sich vergegenwärtigt, dass über 27 Prozent der argentinischen Bevölkerung sogar nach amtlichen Angaben unter der Armutsgrenze leben, kann das verstehen. Die Arbeitslosenrate liegt in Argentinien bei 9,6 Prozent.


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Über Marius Beilhammer

Marius Beilhammer, Jahrgang 1969, studierte Journalismus in Bamberg. Er schreibt bereits viele Jahre für technische Fachmagazine, außerdem als freier Autor zu verschiedensten Markt- und Businessthemen. Als fränkische Frohnatur findet er bei seiner Arbeit stets die Balance zwischen Leichtigkeit und umfassendem Know-how durch seine ausgeprägte Affinität zur Technik.

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