Widerruf von Autokrediten schwierig

Die Autobanken triumphieren: Derzeit entscheiden die Gerichte meist zugunsten der Autobanken, wenn es um den Widerruf von Autokrediten geht. Es geht um die Gültigkeit der Kreditverträge für die Autofinanzierung.

Der Zankapfel: Die 14-Tage-Widerrufsfrist

Das Gespenst des „Widerrufjokers“ geht unter den Autobanken um. Ins Leben gerufen haben das Gespenst einige Anwaltskanzleien. Die Kanzleien sehen eine Lücke in den Widerrufsbelehrungen der Autokreditverträge der Autobanken. Die Lücke sorgt nach deren Ansicht dafür, dass die dem Verbraucher zustehende Widerrufsfrist von 14 Tagen nicht zu laufen beginnt. Wenn die Gerichte darauf erkennen, wie es die Anwaltskanzleien proklamieren, würde das bedeuten, dass Millionen Kreditverträge widerrufen werden könnten.

Landgerichte: Autobanken erhalten fast immer Recht

In der Zwischenzeit gab es bereits einige gerichtliche Auseinandersetzungen um den Widerruf von Autokreditverträgen aus genau diesem Anlass. Bislang beschäftigten sich verschiedene Landgerichte mit den Fällen. Die Autobanken konnten bislang die Mehrzahl der Fälle für sich entscheiden und die Urteile gaben ihnen meist Recht.

Am Beispiel des Branchenprimus, der VW-Finanzsparte VWFS wurden bislang 19 Urteile gefällt. Davon wurden 17 Urteile zugunsten der VWFS getroffen. Es entsteht der Eindruck, dass die Position der Autobanken nahezu unangreifbar ist. Alle Urteile fielen an Landgerichten. Wie eine Entscheidung an höherer Instanz fallen würde, bleibt offen.

Bislang kreisen die Überlegungen der Richter um den Hinweis auf ein Sonderkündigungsrecht. Ob er nötig ist oder nicht, war Gegenstand der Urteile und ist bei Juristen nicht unumstritten.

Entschädigung für Wertersatz

Für die widerrufenden Autokäufer bewirkt der Widerruf alleine noch keinen wesentlichen Vorteil. Aus der Benutzung des Pkw resultiert ein Wertverlust, den die Kreditinstitute als Entschädigung einfordern. Nur wenn ein Urteil diese Entschädigung als rechtswidrig erkennt und den Käufer ohne Zahlung des Wertersatzes aus dem Vertrag entlässt, ergibt sich ein wirklicher Vorteil. Bislang war dies jedoch bei keinem der Urteile gegen die VW-Finanzsparte der Fall.


Bildnachweis: © shutterstock – Titelbild Grzegorz Czapski

Über Marius Beilhammer

Marius Beilhammer, Jahrgang 1969, studierte Journalismus in Bamberg. Er schreibt bereits viele Jahre für technische Fachmagazine, außerdem als freier Autor zu verschiedensten Markt- und Businessthemen. Als fränkische Frohnatur findet er bei seiner Arbeit stets die Balance zwischen Leichtigkeit und umfassendem Know-how durch seine ausgeprägte Affinität zur Technik.

Leave A Reply