Devisenhandel für Anfänger: Diese Fehler sollten Sie vermeiden

Der Devisenmarkt ist der mit großem Abstand größte Finanzmarkt weltweit und bietet auch Privatanlegern Chancen, Gewinne zu erzielen. Mit einigen Tipps ist der Devisenhandel für Anfänger leichter durchschaubar und das Risiko wird reduziert.

Devisenhandel für Anfänger: Tipps für erfolgreiches Trading

Auf dem Devisenmarkt werden täglich weltweit Währungen im Wert von ungefähr 4,2 Billionen Euro gehandelt. Bedenkt man, dass der Wert des Bruttoinlandsprodukts in Deutschland, also die Summe aller hierzulande produzierten Güter und Dienstleistungen, etwa drei Billionen Euro pro Jahr beträgt, werden die Dimensionen dieses mit Abstand größten Markts deutlich.

Es ist nicht verwunderlich, dass neben institutionellen Anlegern auch private Anleger von den Gewinnchancen profitieren und Geld verdienen möchten. Anfänger sollten sich jedoch vorsichtig an den Devisenhandel herantasten.

Bevor man in den Handel mit Devisen einsteigt, ist es sinnvoll, sich über die Mechanismen auf dem Devisenmarkt informieren. Wer den Handel mit Währungen durchschaut, kann das Risiko minimieren und sich vor Fehlern bei der Geldanlage schützen.

Video: Devisen: wohin läuft der EUR/USD?

Devisenhandel für Anfänger: Wie werden Währungen auf dem Devisenmarkt gehandelt?

Um erfolgreich mit Devisen zu handeln und Gewinne zu erzielen, sollte man diesen Prozess Schritt für Schritt durchdringen und auf diese Weise Anfängerfehler vermeiden. Als Devisenhandel bezeichnet man den Ankauf und Verkauf von Währungen. Fast jeder hat bereits mit Devisen gehandelt, und zwar dann, wenn Währungen für die Urlaubsreise getauscht werden.

Vor Antritt der Reise führt der Weg zur Bank, wo man die eigene Währung zu einem bestimmten Kurs in die Währung des Urlaubslandes tauscht. Lässt man sich am Urlaubsort Geld aus dem Bankautomaten auszahlen, wird der Betrag auf dem Konto in der Heimatwährung abgezogen, wobei ebenfalls der aktuelle Umtauschkurs berücksichtigt wird.

Der Wechselkurs gibt das Preisverhältnis zwischen den beiden Währungen an. Durch den Kauf der einen Währung verkauft man automatisch die andere, sodass immer ein Währungspaar mit dem dazugehörenden Wechselkurs angezeigt wird. Der Devisenhändler versucht durch den Handel mit verschiedenen Währungspaaren Gewinne zu erzielen.

Geht ein Devisenhändler beispielsweise davon aus, dass sich der Euro im Verhältnis zum US-Dollar positiv entwickeln wird, tauscht er US-Dollar gegen Euro ein. Ziel ist ein späterer Rücktausch zu einem Kurs, mit dem Gewinne realisiert werden. Selbstverständlich will auch die Bank an den Devisengeschäften Geld verdienen. Aus diesem Grund gibt es einen Kauf- und einen Verkaufskurs, dessen Differenz die Marge der Bank bildet.

Devisenhandel für Anfänger: Welche Arten von Devisenhandel werden unterschieden?

Der Devisenmarkt wird auch als Fremdwährungsmarkt (Synonyme: Forex, Foreign exchange market, FX-Markt) bezeichnet. Das ist der Teil des Finanzmarkts, auf dem Angebot und Nachfrage nach Devisen zusammentreffen und der Tausch gemäß dem Wechselkurs stattfindet.

Teilnehmer auf dem Forex Markt sind:

  1. Zentralbanken
  2. Banken
  3. Institutionelle Anleger (Hedge Fonds)
  4. Industrieunternehmen
  5. private Devisenhändler
  6. Devisenmakler
  7. Handelshäuser
Bis zu Jahrtausendwende war der Devisenhandel ausschließlich professionellen Anlegern wie den Banken und den institutionellen Anlegern vorbehalten.   ( Foto: Shutterstock-_ImageFlow  )

Bis zu Jahrtausendwende war der Devisenhandel ausschließlich professionellen Anlegern wie den Banken und den institutionellen Anlegern vorbehalten. ( Foto: Shutterstock-_ImageFlow )

Die Zentralbanken nutzen den Forex Handel, um durch Interventionen das Gleichgewicht auf dem Devisenmarkt herzustellen. Überwiegend wird der Währungshandel über den Interbankenhandel abgewickelt und nicht wie der Aktienhandel über die Börsen. Devisenbörsen wurden zum größten Teil abgeschafft (in Deutschland geschah das Ende 1998). Für die Festlegung der Devisenkurse sind Referenzwerte (z. B. der EuroFX) zuständig. Gehandelt wird überwiegend online oder per Telefonhandel.

Bis zu Jahrtausendwende war der Devisenhandel ausschließlich professionellen Anlegern wie den Banken und den institutionellen Anlegern vorbehalten. Banken handeln vorwiegend für Unternehmen, um dadurch Devisenschwankungen bei internationalen Handelsbeziehungen abzusichern.

Seit einiger Zeit können private Anleger ebenfalls online Devisen handeln. Aufgrund der Niedrigzinsphase überlegen immer mehr Privatanleger, ob der Devisenhandel als lukrative Alternative in Betracht kommt, um Geld zu verdienen. Vielfach ist damit der Wunsch verknüpft, sehr schnell sehr hohe Renditen zu erzielen, sodass private Trader oft abfällig als Zocker bezeichnet werden.

Der Devisenhandel für Anfänger birgt neben hohen Gewinnpotenzialen ein ebenso hohes Risiko für Verluste. Anlegern, die das Börsenrisiko beim Aktienhandel scheuen, ist der Devisenhandel nicht zu empfehlen. Auch Anfänger, die den Forex Handel noch nicht durchschauen, sollten vorsichtig agieren.

Video: Was sind Devisen- Definition und Tipps

Devisenhandel für Anfänger: Information reduziert das Risiko

Für Privatanleger ist es sinnvoll, über einen Währungsbroker zu handeln, denn die meisten Banken sind nicht auf den Devisenhandel spezialisiert. Währungsbroker bieten eine kostengünstigere Alternative des Devisenhandels an. Bevor man sich für einen Broker entscheidet, sollte man sich über die Kosten informieren. Wichtige Kostenfaktoren sind Kommissionen und der Rollover.

Der Rollover ist ein Zinssatz, der berechnet wird, um eine offene Position über Nacht zu halten. Schließen die Märkte am Ende des Tages, sind Gewinne realisierbar, wenn die aufgenommene Währung einen niedrigen Zinssatz aufweist. Rollover-Transaktionen ermöglichen, eine Position bis zum nächsten Handelstag offen zu halten.

Auf dem Devisenmarkt werden Währungspaare gehandelt. Dabei ist die Basiswährung, die man kauft, mit einer Quotierungswährung verknüpft, die entsprechend verkauft wird. Am häufigsten wird beim Forex Handel online das Währungspaar Euro und US-Dollar (EUR/USD) gehandelt.

Folgende Währungspaare werden ebenfalls stark gehandelt:

  • US-Dollar – Japanischer Yen (USD/JPY)
  • US-Dollar – Britisches Pfund (USD/GBP)

Darüber hinaus sind der Austral-Dollar (AUD), der Schweizer Franken (CHF) sowie der Kanada-Dollar (CAD) wichtige Größen auf dem internationalen Devisenmarkt. Währungskurse werden sekündlich durch Angebot und Nachfrage festgelegt. Der Wechselkurs zwischen einem Währungspaar wird außerdem über die Crossrates von anderen Wechselkursen beeinflusst.

Weitere Einflussgrößen auf die Wechselkurse sind:

  1. politische Entscheidungen
  2. Zinsentscheidungen der Zentralbanken
  3. Terroranschläge
  4. Naturkatastrophen und Unglücksfälle

Devisenhandel für Anfänger: Wie kann man Gewinne erzielen?

Die Rendite ergibt sich daraus, dass Wechselkursschwankungen ausgenutzt werden. Kauft man das Währungspaar EUR/USD zum Wechselkurs von 1,15 Dollar und verkauft die Devisen dann zu einem Wechselkurs von 1,19 Dollar, entspricht das einem Gewinn von 0,04 Dollar oder 3,4 Prozent. Schon mit sehr geringen Wechselkursschwankungen lassen sich somit Renditen erzielen, die weit über den von Banken eingeräumten Zinszahlungen liegen.

Um erfolgreich mit Devisen zu handeln und das Risiko zu begrenzen, benötigt man ein Gespür für die voraussichtliche Entwicklung der Wechselkurse.  ( Foto: Shutterstock- Justinboat.29 )

Um erfolgreich mit Devisen zu handeln und das Risiko zu begrenzen, benötigt man ein Gespür für die voraussichtliche Entwicklung der Wechselkurse. ( Foto: Shutterstock- Justinboat.29 )

Devisenhandel für Anfänger: Welche Faktoren beeinflussen die Wechselkurse?

Um erfolgreich mit Devisen zu handeln und das Risiko zu begrenzen, benötigt man ein Gespür für die voraussichtliche Entwicklung der Wechselkurse. Es stellt sich also die Frage, welche Faktoren diese Kurse beeinflussen.

Zu den wichtigsten Einflussgrößen auf die Entwicklung der Devisenkurse zählen:

  1. die aktuelle Entwicklung der Realwirtschaft
  2. die Zinsdifferenz zwischen den Ländern
  3. die Kaufkraftparität zwischen den Ländern
  4. die Entwicklung an den anderen Finanzmärkten (Aktien-, Rohstoff-, Rentenmarkt)
  5. die Kapitalströme spekulativer Anlagen (bilden mindestens 90 Prozent aller Kapitalströme)
  6. verschiedene Indikatoren, die die Stimmung auf den Finanzmärkten widerspiegeln (z. B. Prognosen von Analysten)

Der Erfolg hängt beim Forex Handel davon ab, dass man den Markt kontinuierlich beobachtet und die Signale, die sich aus den Einflussfaktoren ergeben, richtig deutet. Dafür ist Erfahrung nötig, sodass man als Anfänger zunächst mit kleineren Beträgen starten sollte, um das Risiko gering zu halten.

Da die Devisenkurse innerhalb weniger Stunden stark schwanken, ist dies keine Anlageform für Investoren, die nur alle paar Wochen ihre Investments kontrollieren. Um ein Gefühl für den Devisenhandel zu entwickeln, ist es sinnvoll, zunächst einige Wochen eine Beobachterposition einzunehmen, bevor man eigenes Geld investiert.

Devisenhandel fuer Anfaenger  aber Vorsicht das Risiko nicht unterschaetzen ( Foto:  Shutterstock-  FOTOGRIN )

Devisenhandel fuer Anfaenger aber Vorsicht das Risiko nicht unterschaetzen ( Foto: Shutterstock- FOTOGRIN )

Devisenhandel für Anfänger: Wie kann man von sinkenden Kursen profitieren?

Devisen-Broker beobachten die Währungskurse im Sekundentakt und achten auf Kursveränderungen im zehntausendstel Bereich. Die vierte Stelle hinter dem Komma wird als „Pip“ bezeichnet. In der Regel werden die Positionen im Währungshandel bereits nach wenigen Stunden verkauft, sodass nur geringe Kursschwankungen zu tragen sind.

Rechnet der Devisenhändler mit steigenden Kursen, kauft daraufhin ein Währungspaar und tritt die erwartete Steigerung innerhalb von Stunden tatsächlich ein, wird er die Position durch Verkauf „glattstellen“.

Durch das „Glattstellen“ innerhalb von 24 Stunden kann der Devisenhändler einen Verkaufsantrag stellen, ohne selbst Kapital einzusetzen. Auf diese Weise können beim Devisenhandel auch bei fallenden Kursen Gewinne erzielt werden.

Devisenhandel für Anfänger: Risiko beachten!

Viele Privatanleger reizt die Möglichkeit, am Devisenmarkt mit relativ kleinen Einsätzen große Gewinne zu erzielen. Es ist möglich, das 100-fache des vorhandenen Kapitals zu bewegen. Die Größen, die dabei beachtet werden müssen, sind der Hebel und die Margin. Bei der Margin handelt es sich um eine Sicherheitsleistung, die der Broker hinterlegt. Der Hebel bestimmt, mit welchem Vielfachen der Margin der Broker handeln kann. Bei einer Margin von 1.000 Euro und einem Hebel von 1:100 wird mit 100.000 Euro gehandelt, sodass große Gewinne möglich sind.

Letztlich entspricht dies jedoch einer Fremdfinanzierung und wenn die prognostizierte Kursentwicklung nicht eintritt, werden ebenso große Verluste realisiert. Übersteigen die Verluste die hinterlegte Margin, muss der Verlust durch weiteren Kapitaleinsatz ausgeglichen werden. Anfänger sollten keinesfalls Devisengeschäfte über eine Kreditfinanzierung realisieren, um das Risiko zu minimieren. In diesem Fall werden die Verluste auf die Höhe des Eigenkapitals begrenzt.

Über Marius Beilhammer

Marius Beilhammer

Marius Beilhammer, Jahrgang 1969, studierte Journalismus in Bamberg. Er schreibt bereits viele Jahre für technische Fachmagazine, außerdem als freier Autor zu verschiedensten Markt- und Businessthemen. Als fränkische Frohnatur findet er bei seiner Arbeit stets die Balance zwischen Leichtigkeit und umfassendem Know-how durch seine ausgeprägte Affinität zur Technik.

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