KfW Förderung: Geld geschenkt vom Staat

Im Leben soll man einen Baum pflanzen, ein Kind zeugen und ein Haus bauen, so heißt es. Mithilfe der KfW Förderung könnte der Traum bald Wirklichkeit werden.

KfW Förderung: Wer kann sie nützen und was gilt es zu beachten?

Bei den heutigen Immobilienpreisen wird vor allem Letzteres zur finanziellen Herausforderung. Wenn Sie jedoch geschickt vorgehen, dann können Sie gleich mehrere Fliegen mit einer Klappe schlagen. Planen Sie Ihr Haus nach modernen, energetischen Standards und schaffen Sie sich ein Zuhause mit Zukunftswert. Beugen Sie hohen Energiekosten im Unterhalt vor, werden Sie dafür vom Staat mit Fördergeldern und günstigen Krediten belohnt.

Für viele dieser Förderprogramme ist die KfW-Bank das zentrale Vergabeorgan. KfW ist die Abkürzung für die Kreditanstalt für Wiederaufbau, die nach dem Zweiten Weltkrieg zum Zwecke des wirtschaftlichen Wiederaufbaus Deutschlands gegründet wurde. Sie ist heute die größte Förderbank weltweit und vergibt zahlreiche günstige Kredite und Fördergelder zu vielen verschiedenen Themen. Beim Hausbau nutzt der Staat die KfW in erster Linie als Instrument, um die gesetzten Umweltziele zu erreichen. Ein weiteres Förderziel ist der altersgerechte Umbau und der Einbruchsschutz.

Wer die Kriterien der KfW erfüllt, der kann auf eine attraktive Finanzspritze zugreifen und so seine Eigenkapitalquote spürbar erhöhen.

KfW Förderung ab 2020: Es gibt Änderungen

Die Förderprogramme der KfW orientieren sich an den aktuellen staatlichen Vorgaben zu den angestrebten Umweltzielen. Von Zeit zu Zeit werden die Bedingungen, ein Förderprogramm zu nutzen verschärft oder für bestimmte Zwecke mehr Fördergelder bereitgestellt.

Eine spürbare Umgestaltung erhielten im Jahr 2020 folgende Wohnbau-Programme:

  • 151
  • 152
  • 153
  • 167
  • 430

Ab dem 1.1.2020 erhalten Sie demnach, abhängig vom Programm, mehr Fördergelder oder Tilgungszuschüsse oder müssen auf neue Bedingungen achten. Zur besseren Übersicht haben wir die Änderungen in allen nachfolgenden Tabellen gesondert gekennzeichnet.

Der KfW Tilgungszuschuss im Detail

Eine KfW Förderung erhalten Sie auf unterschiedliche Arten:

  • Zu einem KfW Kredit erhalten Sie einen Tilgungszuschuss, wenn Sie bestimmte Maßnahmen bei Ihrer Immobilie nachweisen können. Der Tilgungszuschuss verringert Ihre Restschuld.
  • Andere Förderprogramme warten mit einem Direktzuschuss auf. Hier erhalten Sie Geld ausbezahlt, um die Rechnungen für die durchgeführten Maßnahmen zu begleichen.

Den Direktzuschuss bekommen Sie derzeit in diesen KfW Förderprogrammen:

Förderprogramm Förderthema Maximale Fördersumme
KfW-Programm 424 Staatliches Baukindergeld(siehe gesonderten Hinweis unten) Pro Kind und Jahr 1.200 € für maximal 10 Jahre
KfW-Programm 430 Erhöhung 2020! Kauf von bereits saniertem Wohnraum, Förderung von Sanierungen mit dem Ziel einen höheren KfW-Effizienzhausstandard zu erreichen oder für Einzelmaßnahmen Maximal 48.000 € pro abgeschlossener Wohneinheit abhängig von der Effizienzhausstufe
KfW-Programm 431 Fördert die Kosten für eine Baubegleitung durch einen Experten. Wird in Verbindung mit den Förderprodukten 151/152, 430 oder 153 vergeben. 50 % der Kosten für den Experten bis zu 4.000 € pro abgeschlossener Wohneinheit
KfW-Programm 455-B Förderung zum altersgerechten Wohnen: Umbaumaßnahmen und Erwerb von bereits umgebauten Wohnraum. 6.250 € pro abgeschlossener Wohneinheit
KfW-Programm 455-E Maßnahmen zur Verbesserung des Einbruchschutzes 1.600 € pro abgeschlossener Wohneinheit

Hierauf sollten Sie achten: Das Baukindergeld läuft zum 31.12.2020 aus. Sie können noch für Immobilien das Förderprogramm 424 beantragen, deren Kaufvertrag Sie bis dahin unterzeichnet haben. Allerdings gilt nur das Datum des Kaufs, der Einzug kann sich verzögern, sodass Sie das Baukindergeld für die Immobilie noch bis 2023 beantragen dürfen.

Wissenswert: Den Direktzuschuss müssen Sie beantragen, bevor Sie mit den Umbaumaßnahmen begonnen haben.

Im Leben soll man einen Baum pflanzen, ein Kind zeugen und ein Haus bauen, so heißt es. Foto: Shutterstock- Andrey_Popov  )

Im Leben soll man einen Baum pflanzen, ein Kind zeugen und ein Haus bauen, so heißt es. Foto: Shutterstock- Andrey_Popov )

KfW Förderprogramme: Der Tilgungszuschuss erklärt

Bei einigen KfW Förderprogrammen bekommen Sie die Fördergelder nicht direkt ausgezahlt, sondern Sie erhalten einen Tilgungszuschuss. Das bedeutet, dass Sie zuvor einen Förderkredit aus den Programmen KfW 151, KfW 152 oder KfW 153 aufgenommen haben. Dieser beinhaltet die Umsetzung bestimmter Maßnahmen an Ihrer Immobilie. Können Sie nachweisen, dass Sie alles erfolgreich erledigt haben, dann gibt es einen Tilgungszuschuss, der Ihre Restschuld reduziert. Sie zahlen damit weniger Zinsen und können das Darlehen schneller zurückzahlen.

Hier erklären wir Ihnen die einzelnen Programme der KfW Förderung, die einen Tilgungszuschuss enthalten:

Programmnummer Förderthema Förderkredit KfW Förderung
151

Erhöhung 2020!

Bestandsimmobilien werden zum KfW-Effizienzhaus saniert. Gelder können für die Effizienzhausstufen 55 bis Denkmal beantragt werden Maximale Darlehenssumme 120.000 Euro für die Sanierungsarbeiten mit 0,75 % effektivem Jahreszins

 

 

Maximal

48.000 € Tilgungszuschuss pro abgeschlossener Wohneinheit. Höhe bestimmt sich durch den erreichten KfW-Effizienzhausstandard

152

Erhöhung 2020!

 

Förderung von Einzelmaßnamen zur energetischen Sanierung. Eine Erreichung eines bestimmten KfW-Effizienzhausstandards ist nicht notwendig.

 

Maximale Darlehenssumme 50.000 Euro für Einzel­maßnahmen mit -0,05 % effektivem Jahreszins

 

Maximal 10.000 €
153 ·         Kauf (oder Bau) von Neubau, der den KfW-Effizienzhausstandards 40, 40 Plus und 55 entspricht.

·         Verschärfung ab 2020! Keine Förderung von Häusern mit geplanter Ölheizung

Maximale Darlehenssumme 100.000 Euro je abgeschlossener Wohneinheit mit 0,75 %  effektivem Jahreszins

 

Bis zu

15.000 € je abgeschlossener Wohneinheit, abhängig vom erreichten KfW-Effizienzhausstandard-

Sie planen einzelne energetische Maßnahmen und möchten gezielt dafür einen günstigen Kredit beantragen? Dann gibt es Programme als KfW Förderung, mit denen Sie auch eine BAFA-Förderung (Förderung des Bundesamts für Wirtschaft und Außenkontrolle) oder einen der vorgenannten Förderkredite mit Tilgungszuschuss ergänzen können.

Förderprogramm Förderthema Förderkredit Bedingungen
KfW 167 Ergänzungs­kredit für energieeffizientes Sanieren um eine Heizungsanlage auf erneuerbare Energien umzustellen. ·         Maximal 50.000 € je abgeschlossener Wohneinheit

·         2 tilgungsfreie Jahre

·         0,78 %  effektiver Jahreszins

KfW 270 ·         Windkraftanlagen

·         Wasserkraftanlagen

·         KWK-Anlagen

·         Biogasanlagen

·         Photovoltaikanlagen

·         Stromspeicheranlagen/ Batteriespeicher

·         Wärme-/Kältenetze, Wärme-/Kältespeicher

·         Maximal 50 Mio. €

·         1,03% effektiver Jahreszins

Die KFW Förderprogramme 153, 151 und 430 sind abhängig davon, ob Sie eine bestimmte KfW-Effizienzhausstufe erreichen.  (Foto: Shutterstock-_Pavel L Photo and Video)

Die KFW Förderprogramme 153, 151 und 430 sind abhängig davon, ob Sie eine bestimmte KfW-Effizienzhausstufe erreichen. (Foto: Shutterstock-_Pavel L Photo and Video)

KfW Förderprogramme, die abhängig von einer Effizienzhausstufe sind im Detail

Die KFW Förderprogramme 153, 151 und 430 sind abhängig davon, ob Sie eine bestimmte KfW-Effizienzhausstufe erreichen. Zusätzlich ist es wichtig, ob es sich bei dem Förderobjekt um einen Neubau oder einen Bestandsbau handelt.

Für Neubauten können Sie das KfW Förderprogramm 153 nutzen, wenn die Immobilie folgende KfW Effizienzhausstandards erreicht:

  • 40 Plus
  • 40
  • 55

Für Bestandsbauten können Sie das KfW Förderprogramm 151 und 430 nutzen, wenn die Immobilie folgende KfW Effizienzhausstandards erreicht:

  • 55
  • 70
  • 85
  • 100
  • 115
  • Denkmal

Die Kennziffer des KfW Effizienzhauses erklärt

Ob ein KfW Effizienzhaus 40 Plus oder 55 ist, hat Einfluss darauf, wie viel Förderung Sie bekommen können. Je besser die Einstufung, desto höher der KfW Tilgungszuschuss. Besser bedeutet in dem Fall eine niedrigere Kennziffer.

Diese bezieht sich auf den zugelassenen Energiebedarf eines Neubaus nach der aktuellen EnEV (Erneuerbaren Energie Verordnung). Ein KfW-55 Effizienzhaus braucht demnach nur 55 % der dort beschriebenen maximalen Energiemenge, ein KfW-85 Effizienzhaus dagegen 85 %. Das KfW-55 Effizienzhaus ist damit höherwertig und bekommt auch mehr Förderung.

Der EnEV-Wert wird sowohl für Neubauten, als auch für Bestandsbauten als Bezugsgröße angesetzt. ( Foto: Shutterstock- Pavel L Photo and Video )

Der EnEV-Wert wird sowohl für Neubauten, als auch für Bestandsbauten als Bezugsgröße angesetzt. ( Foto: Shutterstock- Pavel L Photo and Video )

KfW Förderungen im Neubau

Der EnEV-Wert wird sowohl für Neubauten, als auch für Bestandsbauten als Bezugsgröße angesetzt. Der Gesetzgeber geht allerdings davon aus, dass ein KfW-70 Effizienzhaus heutzutage Standard beim Wohnungsbau ist. Daher fördert er bei Neubau erst ab der Stufe 55.

Gefördert wird mit dem Programm 153 einem Kredit mit Tilgungszuschuss. Maximal 100.000 Euro können Sie hier erhalten. Zusätzlich gibt es einen Tilgungszuschuss, dessen Höhe abhängig von der Effizienzhausstufe ist. Der Tilgungszuschuss kann nicht ausgezahlt werden, er ist fest mit dem Darlehen verbunden. Außerdem müssen Sie mit einem Gutachten nachweisen, dass Ihre Immobilie tatsächlich dem KfW-Effizienzhausstandard entspricht.

So viel Tilgungszuschuss bekommen Sie:

  • Für ein KfW-Effizienzhaus 40 Plus erhalten Sie 15 % der Kreditsumme als Tilgungszuschuss. Maximal sind 15.000 € pro Wohneinheit möglich.
  • Für ein KfW-Effizienzhaus 40 erhalten Sie 10 % der Kreditsumme als Tilgungszuschuss. Maximal sind 10.000 € pro Wohneinheit möglich.
  • Für ein KfW-Effizienzhaus 55 erhalten Sie 5 % der Kreditsumme als Tilgungszuschuss. Maximal sind 5.000 € pro Wohneinheit möglich.

KfW-Effizienzhaus 40 & KfW-Effizienzhaus 40 Plus, sparsam und hochmodern

Das neue KfW-Effizienzhaus 40 und 40 Plus hat mit dem alten KfW-40 Haus nichts mehr gemeinsam und darf auf keinen Fall damit verwechselt werden. In der alten Version ging es um den Wärmebedarf pro qm², der bei 40 lag. Die neue Version des KfW-Effizienzhauses orientiert sich am gesetzlich vorgeschriebenen Energiebedarf für Neubauten. So hat ein KfW-40 oder 40 Plus Haus nur einen Wärmebedarf von 30 kWh und ist damit qualitativ viel besser als die alte Version.

Das KfW-40 und 40 Plus Effizienzhaus erreichen Sie durch umfassende energetische Maßnahmen wie:

  • Eine exzellente Dämmung von Dach und Boden
  • 3-fach wärmeschutzverglaste Fenster
  • Wärmebrückenoptimierung beim Bau
  • Heizungsanlagen, die auf erneuerbare Energien beruhen, wie zum Beispiel eine Erdwärmepumpe mit angeschlossenen Solarthermiekollektoren

Beim KfW- 40 Plus Effizienzhaus kommt außerdem noch zusätzliche Haustechnik zu den technischen Ausstattungsmerkmalen hinzu. Hier findet man stromerzeugenden Anlagen auf dem Grundstück, wie zum Beispiel eine Solaranlage, die auch mit einem Batteriespeicher versehen ist. Die Lüftungsanlagen der Innenräume sind mit einer Wärmerückgewinnung ausgestattet. Eine moderne Hauselektronik ermöglicht die Überwachung der Energiegewinnung und des Stromverbrauchs und kann auch Haushaltsgeräte im Smart Home automatisch und energieeffizient steuern.

Video: Alles zum Baukindergeld 2019

Das bietet ein KfW-Effizienzhaus 55

Das Effizienzhaus 55 können Sie sich sowohl bei einem Neubau mit dem KfW-Förderprogramm 153 bezuschussen lassen, als auch bei Sanierungsmaßnahmen für Bestandsbauten.

Es benötigt, analog zum KfW-40 Effizienzhaus, 55 % des Energiebedarfs, der in der EnEV für Neubauten gefordert ist. Das KfW-55 Effizienzhaus zeichnet sich unter anderem durch folgende Eigenschaften aus:

  • Die Heizungslage arbeitet mit erneuerbarer Energien. Denkbar sind eine Wärmepumpe, eine Holzpellet-Heizung oder eine andere Heizung, die mit Biomasse arbeitet.
  • Die KfW-55 Effizienzhäuser haben eine Solarthermieanlage als Ergänzung auf dem Dach. Das Trinkwasser wird hierüber erwärmt.
  • Fassaden sind mit mindestens 18 cm an den Außenwänden gedämmt das Dach mit 24 cm.
  • Die Fenster sind dreifach verglast und verfügen über Spezialrahmen.

KfW Förderungen für Bestandsbauten

Ihren Bestandsbau energetisch zu sanieren, das lohnt sich richtig. Denn nicht nur die Energiekosten bekommen Sie damit nachhaltig gesenkt. Ein erfreulicher Nebeneffekt ist die Wertsteigerung, die Ihre Immobilie durch die Sanierungsmaßnahmen erfährt. Im Hinblick auf die Entwicklung der Energiekosten und die immer strenger werdenden CO2-Abgaben ist dies nur logisch. Ein KfW-Effizienzhaus 70 entspricht dem aktuellen Standard im Neubau. So eine Immobilie können Sie also praktisch wie einen Neubau preislich einordnen.

Auch der Staat weiß das und fördert mit den KfW-Förderprogrammen 151 und 430 ganz gezielt energetische Sanierungsmaßnahmen, die den Effizienzhausstandard erhöhen. Je nachdem, ob Sie einen Kredit aufnehmen müssen oder es bevorzugen, die Sanierung aus Ihren eigenen Mitteln zu bestreiten und lieber einen Zuschuss zu den Rechnungen wünschen, wählen Sie das eine oder andere Programm aus.

Beim KfW-Förderprogramm 151 erhalten Sie seit dem Jahre 2020 120.000 € als maximales Darlehen. Oben drauf spendiert die KfW einen ansehnlichen Tilgungszuschuss.

Dieser staffelt sich prozentual nach der erreichten Effizienzhausstufe:

  • Das KfW-Effizienzhaus 55 bekommt 40 % des Kredites (bis zu 000 € /Wohnung) als Tilgungszuschuss zurück.
  • Das KfW-Effizienzhaus 70 bekommt 35 % des Kredites (bis zu 000 € /Wohnung) als Tilgungszuschuss zurück.
  • Das KfW-Effizienzhaus 85 bekommt 30 % des Kredites (bis zu 000 € /Wohnung) als Tilgungszuschuss zurück.
  • Das KfW-Effizienzhaus 100 bekommt 27,5 % des Kredites (bis zu 000 € /Wohnung) als Tilgungszuschuss zurück.
  • Die KfW-Effizienzhaus 115 und Denkmal bekommen 25 % des Kredites (bis zu 000 € /Wohnung) als Tilgungszuschuss zurück.

Das KfW-Förderprogramm 430 können Sie alternativ zum Programm 151 auswählen. Es gilt aber nur für Privatpersonen. Das Programm 430 enthält keinen Tilgungszuschuss, sondern einen Direktzuschuss zu den Investitionskosten der Sanierungsmaßnahmen. Maximal gefördert werden seit 2020 120.000 €. Die Höhe der Förderung ist mit dem Programm 151 identisch.

Das bedeutet:

  • Das KfW-Effizienzhaus 55 bekommt 40 % der Sanierungskosten (bis zu 000 € /Wohnung) als Direktzuschuss gefördert.
  • Das KfW-Effizienzhaus 70 bekommt 35 % der Sanierungskosten (bis zu 000 € /Wohnung) als Direktzuschuss gefördert.
  • Das KfW-Effizienzhaus 85 bekommt 30 % der Sanierungskosten (bis zu 000 € /Wohnung) als Direktzuschuss gefördert.
  • Das KfW-Effizienzhaus 100 bekommt 27,5 % der Sanierungskosten (bis zu 000 € /Wohnung) als Direktzuschuss gefördert.
  • Die KfW-Effizienzhaus 115 und Denkmal bekommen 25 % der Sanierungskosten (bis zu 000 € /Wohnung) als Direktzuschuss gefördert.

Video: Zuschuss beantragen – von der Anmeldung bis zur Auszahlung


Die KfW-Effizienzhäuser 70 und 85 erklärt

Immobilien mit diesem Standard bringen eine gute Energiebilanz mit wenigen Maßnahmen. Daher stellen Sie oftmals einen sehr beliebten KfW-Effizienzhausstandard dar, den viele Immobilienbesitzer erreichen möchten.

Um ein KfW-Effizienzhaus 70 oder 85 zu bekommen, können Sie zum Beispiel folgende Maßnahmen durchführen:

  • Austausch der Heizung: Wählen Sie eine Gas-Brennwertheizung, die von einer Solarthermieanlage unterstützt wird, dann kommen Sie Ihrem Sanierungsziel ein gutes Stück näher. Bis zu 30 Prozent des gesamten Energiebedarfs einer Immobilie können so gesenkt werden.
  • Dämmung: Das Dach sollte mit 20 cm und die Fassade mit 14 cm gedämmt werden, für diesen Effizienzhausstandard.
  • Austausch der Fenster: Mindestens eine Doppelverglasung müssen Sie einbauen lassen.
  • Haustechnik: Eine Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung oder eine Anlage, die mit Solarenergie das Trinkwasser erwärmt bringt weitere Einsparungen beim Energiebedarf.

Das KfW-Effizienzhaus 100 und 115: Mindestanforderungen laut Gesetz

In der EnEV sind die erlaubten Obergrenzen der Ansprüche an Neubauten niedergeschrieben. Das KfW-100 Effizienzhaus entspricht dem zu 100 Prozent. Dafür müssen Sie in der Regel nur wenig tun. Eine neue Heizung, neue Fenster oder eine verbesserte Dämmung reichen aus. Allerdings sollte Ihnen bewusst sein, dass das Ergebnis unterhalb des aktuellen Neubaustandards liegt.

KfW-Denkmal

Bei alten Immobilien greift oftmals der Denkmalschutz und verhindert zum Beispiel eine optische Änderung der Fassade oder den Einbau von Fenstern, die anders aussehen. Und trotzdem sollen auch diese Immobilien energetisch saniert werden, denn im Gebäudesektor steckt mit das größte Potenzial den CO2-Ausstoß zu senken und dem landesweiten Klimaziel damit ein gutes Stück näher zu kommen.

Für denkmalgeschützte Gebäude herrschen daher vereinfachte Anforderungen an die Vergabe von Förderungen. Beauftragen Sie einen Energieberater, der auf Denkmäler spezialisiert ist, um sich einen optimierten Sanierungsplan erstellen zu lassen und die entsprechenden Fördergelder zu erhalten. Denken Sie daran: Der Energieberater kann über das KfW-Förderprogramm 431 bezuschusst werden.

KfW Förderung für einzelne Sanierungsmaßnahmen

Sie haben eine Bestandsimmobilie und möchten diese in Teilbereichen sanieren, um eine bessere Energiebilanz zu erreichen. Dabei geht es Ihnen aber nicht in erster Linie darum, eine höhere Effizienzhausstufe zu erreichen. Auch dafür stellt die KfW-Bank Förderprogramme bereit. Die Regelungen für die Zuschüsse für sogenannte Einzelmaßnahmen finden Sie in den Programmnummern 152 und 430.

  • Das Programm 152 stellt Ihnen einen Kredit über maximal 50.000 € bereit. Die Förderung erfolgt über einen Tilgungszuschuss von 12,5 % der Kreditsumme. Bis zu 10.000 € können Sie also erhalten.
  • Das Programm 430 arbeitet mit einem Direktzuschuss. Die maximal geförderten Investitionskosten liegen hier bei 50.000 €. Der Direktzuschuss beträgt 20 % davon.
Die KfW hat genaue Vorgaben, die Sie einhalten müssen, um Fördergelder zu bekommen. ( Foto: Shutterstock- fizkes)

Die KfW hat genaue Vorgaben, die Sie einhalten müssen, um Fördergelder zu bekommen. ( Foto: Shutterstock- fizkes)

KfW Förderung: Die Voraussetzungen, um Geld zu erhalten

Die KfW hat genaue Vorgaben, die Sie einhalten müssen, um Fördergelder zu bekommen. Meistens handelt es sich dabei um technische Mindestanforderungen, die erfüllt sein müssen. Aber auch die zeitlichen Abläufe von der Beantragung der Förderung bis zur Umsetzung der Maßnahmen sind von Bedeutung.

Technische Vorgaben für Fenster

Die Fenster beherbergen ein großes Energieeinsparpotenzial. Schlecht gedämmte Fenster geben bis zu 20 % der Raumwärme an die Außenluft ab. Das verursacht im Winter ein Vielfaches an Heizkosten. Im Sommer schirmen diese Fenster dagegen die Wärme nur unzureichend ab. Überhitzte Räume und der Einsatz von Klimatechnik, die wiederum Energiekosten verursacht, sind die Folge.

Mit dem Einbau von modernen Fenstern mit Doppel- oder Dreifachverglasung erhöhen Sie also den Wohnkomfort und sparen Energiekosten. Solide Gründe, um über eine Sanierung der Fenster nachzudenken.

Damit sei hierfür eine Förderung erhalten, müssen Sie zwei Bedingungen erfüllen:

  1. Sie müssen die Beratung durch einen Energieexperten in Anspruch nehmen, der Ihnen ein Gesamtkonzept erstellt.
  2. Die neuen Fenster müssen, je nach Ausführung, bestimmte U-Werte erfüllen.

Für Fenster, Balkon- und Terrassentüren mit einer Mehrscheibenisolierverglasung gilt hier ein U-Wert von 0,95. In einer Barrierearmen Ausführung ist der Wert etwas lockerer mit 1,1.

Sie möchten Ihre Fenster, Kastenfenster oder Fenster mit Sonderverglasung lediglich ertüchtigen? Dann muss der U-Wert im Anschluss 1,34 betragen.

Dachflächenfenster müssen eine U-Wert von 1,0 aufweisen.

Für den Austausch von Fenstern bei Baudenkmälern oder erhaltenswerter Bausubstanz gilt es einen U-Wert von 1,4 zu erreichen. Bei echten glasgeteilten Sprossen oder einer Ertüchtigung der Fenster liegt der U-Wert bei 1,6.

Keine Energie unnötig nach außen abzugeben, dass können Sie auch mit einer guten Fassadendämmung erreichen.  (Foto: Shutterstock- Chesky  )

Keine Energie unnötig nach außen abzugeben, dass können Sie auch mit einer guten Fassadendämmung erreichen. (Foto: Shutterstock- Chesky )

Technische Vorgaben zur Fassadendämmung

Keine Energie unnötig nach außen abzugeben, dass können Sie auch mit einer guten Fassadendämmung erreichen. Die technische Vorgabe ist hier, genau wie bei den Fenstern, der U-Wert, der sich je nach Dämmung unterscheidet. Die Einhaltung der Vorgaben lassen Sie sich durch eine Fachfirma bestätigen, deren Beauftragung selbst auch wieder förderfähig ist.

Bei der Wärmedämmung von Wänden liegt dieser bei 0,20 für Außenwände. Handelt es sich um Denkmäler, gilt der abgeschwächte Wert von 0,45. Wandflächen gegen unbeheizte Räume müssen einen U-Wert von 0,25 und gegen das Erdreich von 0,252 aufweisen. Die Kerndämmung bei zweischaligem Mauerwerk sollte eine Wärmeleitfähigkeit von λ ≤ 0,035 W/(m·K) aufweisen.

Bei der Wärmedämmung von Dächern gilt ein U-Wert von 0,14 für Schrägdächer, Kehlbalkenanlagen und Flachdächer. Dachflächen von Gauben und Gaubenwangen brauchen einen U-Wert von 0,20. Alternativ gilt bei Baudenkmalen und erhaltenswerter Bausubstanz für die höchstmögliche Dämmschichtdicke eine Wärmeleitfähigkeit von λ≤ 0,040 W/(m·K).

Bei der Wärmedämmung von Geschossdecken gilt als U-Wert für oberste Geschossdecken zu nicht ausgebauten Dachräumen 0,14. Für Kellerdecken, Decken zu unbeheizten Räumen und Geschossdecken mit einer Bodenfläche gegen das Erdreich gilt der U-Wert 0,25. Geschossdecken die nach unten gegen die Außenluft verlaufen brauchen einen U-Wert von 0,20.

Bei einer Dämmung von Außentüren von beheizten Räumen muss der maximale U-Wert 1,3 W/(m²·K) sein.

Technische Vorgaben für die Heizung

Ist Ihre Heizung älter als zwei Jahre, dann können Sie unter Umständen Fördergelder für eine Optimierung beantragen. Ab 2020 wird aber nicht mehr jede Heizungsform gefördert:

Programmnummer Änderungen ab 2020
152, 430 Förderung von Einzelmaßnahmen zu:

·         Öl-Brennwertheizungen

·         Gas-Brennwertheizungen

·         Ergänzende Anlagen zur Nutzung erneuerbarer Energien

Das Maßnahmenpaket Heizung/Lüftung

151, 430 Keine Förderung von Heizungsanlagen, die auf Öl basieren. Diese müssen aus den förderfähigen Kosten herausgerechnet werden. Bei der Bestimmung des KfW-Effizienzhausstandards dürfen sie weiterhin berücksichtigt werden.
167 Keine Förderung mehr für kombinierte Heizungsanlagen auf Basis erneuerbarer Energien und Öl.
153 Keine Förderung mehr für Gebäude mit geplanter Ölheizung.

 

Den Kredit 167 können Sie wie zuvor mit einem BAFA-Zuschuss kombinieren, den Sie für folgende Heizungsarten erhalten haben:

  • Eine hauseigene Solarthermie-Anlage
  • Eine Biomasse-Anlage, wie eine Pelletheizung oder einen Holzvergaser
  • Den Einbau einer Wärmepumpe
  • Eine Gas-Brennwertheizung, die mit einer Heizung auf Basis erneuerbarer Energien kombiniert ist.

Der hydraulische Abgleich

Sie können Ihr Gebäude an eine Nah- oder Fernwärmequelle anschließen oder eine Umwälzpumpe einbauen. Damit Sie hierfür Fördergelder erhalten, ist ein hydraulischer Abgleich notwendig, der durch einen Fachplaner oder einen Fachbetrieb bestätigt wird. Das notwendige Formular erhalten Sie auf der Webseite des Forums für Energieeffizienz in der Gebäudetechnik. Den Nachweis müssen sie allerdings nicht der Antragstellung beilegen, sondern in Ihren Unterlagen aufbewahren.

Wichtige Informationen zum korrekten zeitlichen Ablauf beim Förderantrag

Sie haben sich entschlossen, eine KfW Förderung zu beantragen? Dann müssen Sie unbedingt auf die richtige Reihenfolge für Antragsstellung und Maßnahmenumsetzung achten. Die Fördergelder werden nämlich nur bewilligt, wenn Sie bei der Beantragung mit dem Umbau noch nicht begonnen haben. Es gilt also erst planen, dann beantragen und danach umsetzen.

Sie möchten Fördergelder für den Kauf einer bereits umgebauten Immobilie beantragen? Dann achten Sie darauf, dass alle durchgeführten Maßnahmen im Kaufvertrag detailliert vermerkt sind, um diese nachvollziehbar zu halten.

Achtung beim Kauf eines Neubaus: Die Umsetzung der Maßnahmen darf hier ebenfalls noch nicht begonnen haben. Ferner muss hier auch im Kaufvertrag eine konkrete Zuordnung zum Zweck der Maßnahme erfolgen, also ob es sich beispielsweise um altersgerechtes Wohnen handelt oder um eine Verbesserung des Energielevels.

Damit hier nichts schief geht, sollten sie sich einen Energieberater leisten, dessen Kosten Sie ebenfalls gefördert bekommen.

Fazit

Sie möchten Ihre Immobilie aufwerten und gleichzeitig die Betriebskosten senken? Dann ist eine Sanierung nach energetischen Gesichtspunkten die optimale Entscheidung. Mit einer KfW Förderung können Sie heute schon einen zukunftsträchtigen Standard erreichen, denn die Klimapolitik wird nicht stehen bleiben.

Aus Umweltsicht ist der Gebäudesektor einer der größten Hebel zur Erreichung der Klimaziele. Etwa ein Drittel der CO2-Emissionen entstehen hier und etwa 40 Prozent des gesamten Energieverbrauchs gehen auf das Konto von Immobilien.

Die langfristige Entwicklung ist absehbar. Zukünftige Wohnkonzepte wie das intelligente Smart Home, das seinen Energiebedarf automatisch optimiert, sind längst schon Realität. Schon heute werden Ölheizungen nicht mehr gefördert. Das Verbot auch im Bestandsbau wird mittelfristig kommen. Es macht also wenig Sinn, auf diese veraltete Technik zu setzen.

Streben Sie gleich nach Höherem. Überlegen Sie, wo die Reise hingeht und was in 10 Jahren wohl Standard beim Hausbau sein wird. Dann entscheiden Sie, wie viel Sie in eine Sanierung stecken wollen, um Ihre Immobilie marktfähig zu halten. Die staatlichen Förderprogramme der KfW machen diese Überlegungen einfacher.

Über Marius Beilhammer

Marius Beilhammer

Marius Beilhammer, Jahrgang 1969, studierte Journalismus in Bamberg. Er schreibt bereits viele Jahre für technische Fachmagazine, außerdem als freier Autor zu verschiedensten Markt- und Businessthemen. Als fränkische Frohnatur findet er bei seiner Arbeit stets die Balance zwischen Leichtigkeit und umfassendem Know-how durch seine ausgeprägte Affinität zur Technik.

Leave A Reply